Arbeitslosigkeit bei Zeitarbeitern steigt: Branche steht offenbar an Wendepunkt
- Im Jahresvergleich um 47 Prozent mehr Jobsuchende
- Leih- oder Zeitarbeitsstiftung soll tatsächlich kommen

·Leiharbeiterstiftung
wackelt noch gehörig
Finanzierung für 2.000
Beschäftigte völlig offen
·Zahl der Kurzarbeiter
steigt dramatisch an
Rund 15.200 Stellen in Österreich betroffen
·500 Millionen gegen
Jugendarbeitslosigkeit
Hundstorfer setzt auf die
Förderung von Lehrlingen
Von der Wirtschafts- und Finanzkrise sind die Zeitarbeiter besonders betroffen. Die Zahl der arbeitslosen Leiharbeiter klettert im März im Jahresvergleich um 47 Prozent auf 29.601 Betroffene. Gleichzeitig sank die Zahl der beschäftigten Zeitarbeiter laut AMS um 24 Prozent oder um fast 17.000 auf fast 54.000 Zeitarbeiter. Die Zeitarbeiterbranche in Österreich stehe an einem Wendepunkt.
In den nächsten Monaten werden einige der derzeit rund 1.800 Arbeitskräfteüberlasser "den Markt verlassen", so Powerserv-Austria-Vorstand Peter Lisowski. Während für die Beschäftigten die Attraktivität von Zeitarbeit in der Krise abgenommen hat, nahm sie für die Unternehmen leicht zu. Wichtigster Vorteil für die Firmen ist die Flexibilität. Die Unternehmen können schneller auf momentane Entwicklungen reagieren.
Zeitarbeit wird weiter zurückgehen
Die Beschäftigten hätten den Vorteil schneller und leichter Arbeit zu finden, heißt es. Zeitarbeit werde aber laut der OGM-Umfrage weiter zurückgehen, aber schon gegen Ende der Krise werde die Nachfrage nach Zeitarbeit deutlich ansteigen. Gleichzeitig werde auch die Ausbildung und die Qualifikation in der Branche steigen.
Zu der von Sozialminister Hundstorfer geplanten Leih- oder Zeitarbeitsstiftung meinte Lisowski, er finde die Stiftung in der die betroffenen Zeitarbeiter qualifiziert werden, gut. "Die Stiftung soll es geben". Bis jetzt ist das Projekt aber an dem Unwillen der Arbeitskräfteüberlasser mitzuzahlen gescheitert. Nach dem jüngsten Kompromissvorschlag ist eine Stiftung für 1.000 statt wie ursprünglich für 2.000 arbeitslose Zeitarbeiter geplant. Die Kosten von 5 Mio. statt 7,6 Mio. Euro sollen zu jeweils 30 Prozent das AMS und Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer tragen. Jeweils 20 Prozent würden auf Bund und Länder und die Verleiher entfallen.
(apa/red)

