Frächter rufen zur Protestfahrt am Ring auf:
8.500 Mitarbeiter sind derzeit arbeitslos
- Rückgänge bei der Fracht von 20 bis 60 Prozent
- Rund 3.000 Lkw stehen seit Jahresbeginn still

Die österreichischen Frächter sehen ihre Existenz gefährdet und fordern von der Politik, bereits gegebene Zusagen einzuhalten. Um ihren Anliegen Nachdruck zu verleihen, wird es am 25. Mai am Wiener Ring eine Protestfahrt von ca. 30 Lkw geben. Die Lastwagen werden aber nur auf einer Spur fahren, auch sollen keine Zubringerstraßen blockiert werden.
Die von den heimischen Frächtern geforderte Reduktion der Kfz-Steuer wird wohl nicht kommen. Aus dem Büro von Finanzminsiter Josef Pröll hieß es, angesichts eines erwarteten Budgetdefizits von 4,7 Prozent und gesunkener Treibstoffpreise würde niemand eine Steuersenkung verstehen. Es gehe nun darum, das Budget nach der Krise wieder rasch zu konsolidieren und nicht neue Belastungen für die Masse der Steuerzahler zu erfinden.
Sollte sich die Regierung aber weiter taub stellen, wird es weitere Maßnahmen geben, betont Wolfgang Herzer, Obmann des Fachverbandes Güterbeförderung. Die Stimmung sei jedenfalls sehr gereizt, darum habe man auch von einer Sternfahrt nach Wien Abstand genommen, um eine Eskalation zu vermeiden.
8.500 Mitarbeiter derzeit arbeitslos
Nach einem Boom in der Transportbranche in den vergangenen Jahren ist das Geschäft laut Frächter Mitte 2008 eingebrochen. Mittlerweile gäbe es Rückgänge bei der Fracht von 20 bis 60 Prozent, gut 3.000 der 56.000 Lkw stünden still. 8.500 Mitarbeiter seien derzeit arbeitslos gemeldet, um 3.000 mehr als noch vor einem Jahr. Die Zahl der Insolvenzen soll heuer im ersten Halbjahr nach ersten Prognosen auf 210 ansteigen - nach 189 im 1. Halbjahr 2008. Gleichzeitig ging die Zahl der Lkw-Neuzulassungen dramatisch zurück. Bei den Sattelfahrzeugen wurden im ersten Quartal 2008 noch 1.159 Neuzulassungen registriert, heuer waren es von Jänner bis März 667 Sattelschlepper.
Proteste blieben ungehört
Die Frächter hatten bereits im Vorjahr auf ihre Lage mit einer großangelegten Protestfahrt aufmerksam gemacht, gebracht hat es außer heißer Luft von Regierungsseite gar nichts, so das Resümee von Herzer vor Journalisten. Dabei habe der damalige Vizekanzler und Finanzminister Wilhelm Molterer per Handschlag zugesichert, dass die Kfz-Steuer abgesenkt werde. Auch von der jetzigen Regierung gebe es viele nette Worte, aber keine Taten, betonte der Frächterobmann.
Er forderte heute einmal mehr eine Kfz-Steuerabsenkung auf EU-Mindestniveau, eine bundesweite Förderung von schadstoffarmen Euro 5-Lkw, eine strenge Kontrolle des Pfusch und der Kabotage. Unter dem aus dem Französischen stammenden Wort Kabotage werden Transporte innerhalb eines Landes durch ein ausländisches Transportunternehmen verstanden.
(apa/red)

