Donnerstag, 30. April 2009

"Das wird dir leidtun, Fergie": Manchester gegen Arsenal am Weg ins Finale im Vorteil

  • CL: 1:0-Sieg aus Hinspiel aber kein Ruhekissen
  • Gunners-Coach Wenger versprach "anderes Arsenal"

Gute Ausgangsposition für das Final-Ticket oder verpasste Chance? Schon Minuten nach dem Schlusspfiff im Old Trafford begann das Vorgeplänkel zwischen Englands großen Rivalen Manchester United und Arsenal für das Wiedersehen am kommenden Dienstag. 1:0 hatte Titelverteidiger Manchester im Halbfinal-Hinspiel der Champions League die "Gunners" bezwungen - ein gefährliches Ergebnis für das Rückspiel im Emirates-Stadion von London.

"Wir wissen, dass wir dort Tore schießen können, und das ist Arsenals großes Problem", stichelte ManU-Coach Alex Ferguson. Der Schotte, dessen Mannschaft als erstes Team den Champions-League-Titel erfolgreich verteidigen könnte, bedauerte allerdings auch, dass seine "Red Devils" über das knappe Ergebnis nicht hinauskamen. Der Ire John O'Shea war in seinem 60. CL-Spiel wenige Stunden vor seinem 28. Geburtstag mit seinem ersten Saisontor in der 17. Minute Mann des Abends.

"Ich war nur zur rechten Zeit am richtigen Ort", erzählte der rechte Verteidiger, der einen von Silvestre abgefälschten Carrick-Pass aus kurzer Distanz wuchtig in die Maschen schoss. Er musste aber zugeben, dass das magere, für den Gegner schmeichelhafte 1:0 kein "komfortabler Vorsprung im Emirates Stadium" ist. Auch deshalb, weil Manchesters Angreifer wiederholt am starken spanischen Arsenal-Schlussmann Manuel Almunia scheiterten.

"Wählen schweren Weg"
"Wir hätten vier Tore schießen können, aber man kann nicht alles haben im Leben", sagte Ferguson abgeklärt. "Wir neigen dazu, den schweren Weg zu wählen, so ist das halt mit diesem Club. Es bleibt spannend bis zum Ende." Top-Torjäger Cristiano Ronaldo, der mit einem Lattentreffer Pech hatte, tönte hingegen: "Wir haben kein Tor reingelassen und kommen ins Finale."

Arsenal wähnte sich als mit einem blauen Auge davongekommen. "Wir werden am Ende Erfolg haben. Sie werden ein anderes Arsenal sehen", versprach Coach Arsene Wenger. Seit 2005 hat Manchester im Emirates-Stadion nicht mehr gewonnen, doch schon ein Tor könnte dem Titelverteidiger für den Einzug ins Finale am 27. Mai in Rom reichen.

Doch das will Wenger mit seiner extrem jungen Mannschaft verhindern. "Wir haben nun eine sehr gute Chance, das Ergebnis umzudrehen", sagte der französische Coach fast schon beschwingt. "Es ist eine gute Gelegenheit, unsere Charakterstärke unter Beweis zu stellen. Machen Sie sich keine Sorgen, wir werden der Sache gewachsen sein."

"Das wird dir leidtun, Fergie"
Englands Sportpresse sah aufgrund der Doppelbelastung Manchesters die Chance für die jungen "Gunners" und kritisierte Manchester für die verpasste Chance. "Das wird dir leidtun, Fergie", schrieb Großbritanniens größtes Boulevardblatt "The Sun". "Ein epischer, lyrischer Auftritt. Manchesters Fußball war schnell, schneidend, gekonnt und abenteuerlustig - und doch irgendwie mit Mängeln behaftet", urteilte der "Guardian". Das Boulevardblatt "Mirror" ergänzte: "Wenn Ronney und Co nun nicht in Rom aufs Feld laufen, werden sie sich den ganzen Sommer über ärgern."

(apa/red)

30.4.2009 16:14