Freitag, 1. Mai 2009

Austria Amateure finden zum Siegen zurück: Klarer 4:1-Erfolg gegen FC Gratkorn

  • Erster Auswärtssieg für die Veilchen seit Oktober
  • Dramatische Szenen in Lustenau: Dollinger verhaftet!

Die Austria Amateure haben nach zuletzt sieben sieglosen Runden wieder ein Spiel in der Ersten Liga gewonnen. In der 28. Runde schlugen die Amateure den FC Gratkorn auswärts souverän 4:1 (1:0). Es war der erste Auswärtssieg für die Veilchen, seit sie Ende Oktober in Leoben (1:0) gewonnen hatten. Gratkorn hatte erst vor drei Wochen eine herbe 1:7-Heimklatsche gegen Austria Lustenau erlitten. Zu dramatischen Szenen kam es in Lustenau: FC-Lustenau-Spieler Martin Dollinger attackierte nach der Niederlage einen Schiedsrichter-Assistenten. Er wurde von der Polizei abgeführt und wegen Körperverletzung angezeigt.

Raphael Rathfuss brachte die Austria Amateure früh in Führung, der Innenverteidiger war in der achten Minute nach einem Corner von Paul Bichelhuber zur Stelle. Die Austria agierte cleverer und nutzte im Gegensatz zu den Gratkornern ihre Chancen. Während Joachim Parapatits (15.,18.) gute Möglichkeiten vergab und auch Georges Panagiotopoulos (56.) scheiterte, erzielte Dragan Dimic nach einem Angriff über Bichelhuber in der 57. Minute das 2:0.

Nur drei Minuten später strich ein Dimic-Freistoß wenige Zentimeter am rechten Kreuzeck vorbei. Bichelhuber krönte seine starke Leistung mit dem 3:0, als er einfach durch die Gratkorn-Abwehr durchdribbelte und den Ball an Tormann Markus Beer vorbei ins Tor legte. Benjamin Sulimani (80.) erhöhte auf 4:0, Adam Cichon sorgte in der Nachspielzeit wenigstens für den Ehrentreffer.

Dramatisches Spiel in Lustenau
Das bestbesuchte Spiel der bisherigen Saison in der ADEG Erste Liga ist kein hochklassiges, aber ein dramatisches gewesen. Austria Lustenau setzte sich in einem verrückten Derby vor 8.200 Zuschauern gegen den FC Lustenau mit 2:1 (1:0) durch. Den entscheidenden Treffer stocherte Mario Leitgeb erst in der 94. Minute nach einem Getümmel ins Tor. Davor hatten Amadou Rabihou (32.) sowie Harald Unverdorben (55.) getroffen.

Beide Lokalrivalen beendeten die Partie nicht mit elf Mann. Der FC Lustenau hatte bereits nach 19 Minuten Cengiz nach einem sinnlosen Foul durch Gelb-Rot verloren, bei der Austria verabschiedete sich Rabihou nach einer Tätlichkeit vorzeitig unter die Dusche (62.). Dabei hatte der Neuzugang zuvor auf sehenswerte Manier sein sechstes Tor im Frühjahr erzielt. Der ehemalige Sturm-Kicker traf nach herrlicher Vorarbeit von Kampel überlegt ins lange Eck.

Unverdorben gelang nach Seitenwechsel nach Querpass von Sabia mit seinem siebenten Tor in sechs Spielen der Ausgleich. Die Austria hatte in weiterer Folge etwas mehr vom zerfahrenen Spiel, fand auch die besseren Gelegenheiten vor. Die Belohnung folgte aber erst in der vierten Minute der Nachspielzeit, als Leitgeb eine Flanke von De Oliveira mitsamt einiger Spieler über die Linie drückte.

Die Austria hat damit ihre vergangenen vier Spiele unter Neo-Trainer Edmund Stöhr gewonnen. Der Erzrivale kassierte dagegen sein erste Niederlage, nachdem er zuvor ebenfalls vier Siege in Serie gefeiert hatte.

Grödig holt wichtigen Sieg
Der SV Grödig setzte sich im Duell zweier Abstiegskandidaten letztlich verdient mit 1:0 durch und nahm damit den Steirern wichtige Punkte im Kampf um den Verbleib in der Ersten Liga ab. Für die Leobener bedeutete dies schon die vierte Niederlage in Folge, während Grödig nach zuletzt zwei Matches ohne Punkte wieder einen Sieg feiern durfte.

Nach zwei Chancen zu Beginn durch Omerovic (1.) und Reifeltshammer (3.) kam die Führung der Gäste nach einem schönen Weitschuss durch Pürcher, der sein erstes Saisontor erzielte, in der 14. Minute etwas überraschend. Danach war das Spiel zwar bis zum Sechzehner teilweise flott, doch echte Torchancen gab es bis zur Pause wenige.

Auch nach Seitenwechsel sahen die Zuschauer über weite Strecken wenig attraktiven Fußball. Viana köpfelte in der 55. Minute knapp über das Kreuzeck, danach plätscherte das Match dahin. Ein Säumel-Schuss im Strafraum zehn Minuten verfehlte das Gehäuse von Kuru nur knapp, in der 67. Minute zeichnete sich Kuru nach einem Krivic-Flugkopfball aus.

In der Folge war es aber Kurus Pendant im Tor der Steirer, Pösendorfer, der mehrmals einen höheren Rückstand nach Möglichkeiten von Berchtold (68.) und einen Viana-Nachschuss aus einem Getümmel (69.) verhinderte. Letztlich war es ein verdienter Sieg für die Gäste.

Jungbullen besiegen Innsbruck
Die Red Bull Juniors haben Innsbruck Wacker mit 1:0 (0:0) geschlagen. Für Salzburg, das hoch verdient die drei Punkte vom Tivoli entführte, war es ein überraschender Erfolg, denn die Jung-Bullen hatten in den letzten acht Runden nur vier Zähler geholt. Für Innsbruck war es die zweite Niederlage nach dem 1:3 gegen Leader Wiener Neustadt im neunten Frühjahrsspiel.

Die Partie begann sehr hektisch und zerfahren. Erst nach 17 Minuten gab es die erste gefährliche Aktion: Ein weiter Pass auf Ouedraogo, der allein auf das Tiroler Tor zustürmte. Doch Wacker-Goalie Grünwald rettete 18 Meter vor seinem Gehäuse. Auf der Innsbrucker Seite gab es lange Zeit gar nichts, bis schließlich ein Schrott-Kopfball Zentimeter neben das Tor ging (33.) und Perstaller nach einem Solo knapp über die Querlatte schoß (36.).

Auch in der zweiten Hälfte hatten die Jung-Bullen die erste Chance. Einen Vuiic-Freistoß konnte Grünwald mit Glück zur Ecke klären (53.). Doch auch diesen Weckruf verschliefen die Innsbrucker. Sie verzettelten sich in Einzelaktion und kamen nie gefährlich vor das Salzburger Tor. Besser machten es die Bullen: Einen Zia-Freistoß von der Seite köpfelte Ouedraogo unbedrängt ein.

St. Pölten besiegt Vöcklabruck
Der SKN St. Pölten ist seiner Favoritenrolle gerecht geworden. Die Niederösterreicher besiegten Schlusslicht Vöcklabruck vor 1.100 Zuschauern zu Hause mit 5:1 (1:0) und liegen damit weiter ungefährdet auf dem vierten Tabellenplatz. Vier Tore erzielte Goalgetter Michael Wojtanowicz (5., 62./Elfmeter, 86., 89.), der damit bei 17 Saisontreffern hält.

Die St. Pöltner hatten das Spiel nach dem frühen 1:0 durch einen Wojtanowicz-Kopfball nach Maßflanke von Ambichl dominiert. Erst kurz vor der Pause fanden auch die Gäste ins Spiel, glichen durch Falk nach Querpass des ebenfalls eingewechselten Djokic aus. Danach schwächte sich der Tabellenletzte aber selbst - durch Gelb-Rot für Obermair (54.) und Rot für Hofer nach einer Tätlichkeit gegen Fallmann (69.).

In numerischer Überlegenheit hatte der Favorit leichtes Spiel. Wojtanowicz verwertete erst einen Elfmeter nach fragwürdigem Foul von Vöcklabruck-Keeper Feuerfeil an Lukas Thürauer. Dieser traf danach selbst mit einem sehenswerten Halbvolley von der Strafraumgrenze ins lange Kreuzeck (74.). Die Schlusspunkte setzte Wojtanowicz mit zwei weiteren Treffern.

St. Pölten ist damit bereits sieben Spiele in Folge zu Hause ungeschlagen, Vöcklabruck dagegen auswärts in dieser Saison weiter sieglos. 2009 haben die Oberösterreicher erst einen Auswärtspunkt geholt.

(apa/red)

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1.5.2009 21:35