Donnerstag, 30. April 2009

Austria Kärnten fällt durch Lizenz-Prüfung: Auch vier Erstligisten bekommen Nachzipf!

  • Darunter Schachners Admira und der FC Lustenau
  • Betroffene Klubs können vor Protestkomitee gehen

Mit dem SK Austria Kärnten hat die österreichische Bundesliga wie im Vorjahr nur einem Bundesligisten die Lizenz für die kommende Saison vorerst verweigert. Während die Klagenfurter nach dem vom Senat 5 gefällten Beschluss nachsitzen müssen, wurde allen anderen Oberhausclubs die Spielgenehmigung für 2009/10 ohne Auflagen erteilt.

In der Ersten Liga blieben mit der noch um den Aufstieg kämpfenden Admira, dem FC Gratkorn, dem FC Lustenau und dem 1. FC Vöcklabruck vier Clubs vorerst ohne Lizenz, Fixabsteiger Leoben hatte um seine solche erst gar nicht mehr angesucht. Alle Vereine haben nun zehn Tage und damit bis 11. Mai Zeit, beim Protestkomitee gegen den Beschluss Protest einzulegen. Bei einem weiteren negativen Bescheid, der bis 16. Mai fallen muss, wäre nur noch der Gang vor das Ständige Neutrale Schiedsgericht möglich. Dieses wird im Fall der Fälle bis spätestens 31. Mai eine endgültige Entscheidung treffen.

Verwunderung bei Kärnten
Kärnten nahm die Botschaft aus Wien mit "großer Verwunderung" entgegen. "Trotz des uneingeschränkten Testats unseres bundesligalizenzierten Wirtschaftsprüfers wollte die Bundesliga keine positive Entscheidung treffen", meinte Präsident Mario Canori über eine "nicht nachvollziehbare Entscheidung". Stolpersteine auf den Weg zur Lizenz in erster Instanz waren für die Kärntner fehlende politische Beschlüsse.

Ein Beschluss der Stadt Klagenfurt über eine Zahlung von "Infrastrukturkosten" in der Höhe von 500.000 Euro war ebenso wie eine Haftungserklärung erst am Mittwoch erfolgt. Diese Erklärung, die die Strafzahlung von rund 1,1 Millionen Euro an den insolventen FC Kärnten beinhaltet, war in den vorerst abgegebenen Kärntner Unterlagen noch nicht aufgeschienen. "Diese Zusagen sind nun da", erklärte Canori. Er mache sich jedenfalls "für die zweite Instanz keine Sorgen".

Zweiter Kritikpunkt der Liga war laut Canori die Situation der Nachwuchs-Akademie. Wurde diese bisher durch das Land Kärnten einmalig mit einer Million Euro gefördert, wurde diese Zahlung in diesem Jahr gezwölftelt. Die Liga habe nun ein Liquiditätsproblem bei der Nachwuchsschmiede befürchtet.

Auch Admira erwischt es
In der Erste Liga erwischte es überraschend Cup-Finalist Admira. "Das ist eine reine Formalgeschichte, die in eineinhalb Stunden erledigt ist, aber einen immensen Imageverlust bedeutet. Das ist ein Skandal", ärgerte sich Präsident Richard Trenkwalder. Für die Imagekorrektur werde er "eine Million Euro" aufwenden müssen.

Bei Gratkorn war der neue Kunstrasen, der in der Sommerpause verlegt werden wird, der Grund für die vorerst verweigerte Lizenz. "Wir haben damit gerechnet, dass der erste Entscheid so sein wird, weil unser derzeitiger Kunstrasen nicht mehr den Auflagen entspricht", erklärte Josef Schenkirsch, der geschäftsführende Präsident. Da es sich aber bei der Neuverlegung um eine Bauentscheidung der Gemeinde handle, habe eben noch das richtige Dokument in den Unterlagen gefehlt, um den Senat 5 zufriedenzustellen. Der Entscheidung vor dem Protestkomitee sah Schenkirsch aber zuversichtlich entgegen.


Bundesliga
Lizenz erteilt
FC Red Bull Salzburg
SK Rapid Wien
SK Puntigamer Sturm Graz
FK Austria Wien
SV Josko Fenster Ried
LASK Linz
KSV Superfund
SV Mattersburg
Cashpoint SCR Altach


Bundesliga
Lizenz verweigert
SK Austria Kelag Kärnten


Erste Liga
Lizenz erteilt
SC Magna Wr. Neustadt
FC Wacker Innsbruck
SKNV St. Pölten
SC Austria Lustenau
SV Scholz Grödig
FK Austria Wien Amateure
Red Bull Juniors


Erste Liga
Lizenz verweigert
FC Lustenau 1907
FC Pax Gratkorn
FC Trenkwalder Admira
FC RFE Vöcklabruck


Erste Liga
Kein Lizenzantrag
DSV Leoben


Regionalligen
Lizenz erteilt
SV Horn
First Vienna Football Club
SC/ESV Parndorf
TSV Hartberg
WSG Wattens


Regionalligen
Lizenz verweigert
St. Andrä
GAK
FC Dornbirn


(apa/red)

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30.4.2009 21:30