Trotz Derby-Sieg kein Jagd-Instinkt: Bullen scheinen für Rapid weiter außer Reichweite
- Kapitän Steffen Hofmann: "Man muss realistisch sein"
- 3:2-Spektakel: Daxbacher sah ein "würdiges Derby"
·Veilchen für Austria im 289. Wiener Derby
Verdienter 3:2-Sieg für Rapid in Sankt Hanappi
·Violetter Kampfgeist, grün-weißer Jubel
Die besten BILDER vom
großen Wiener Derby
·Statistiken vor dem 294. Wiener Derby
Rapid gegen Austria in Gesamtbilanz in Führung
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Das sind die größten Fußball-Derbys der Welt

Fußball-Meister SK Rapid ist zum Abschluss der 31. Runde der Bundesliga mit einem besonders süßen Triumph wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Das 3:2 im Hanappi-Stadion gegen den Wiener Erzrivalen Austria linderte die Enttäuschung über die magere Ausbeute von einem Punkt aus den vorangegangenen zwei Partien und bedeutete einen großen Schritt in Richtung Europacup-Teilnahme.
Zwar verkürzte der Tabellenzweite den Rückstand auf Spitzenreiter Salzburg fünf Runden vor Schluss auf sieben Punkte, von der Möglichkeit einer erfolgreichen Titelverteidigung will man bei Rapid aber dennoch nicht reden. "Natürlich wünsche ich mir, dass wir Erster werden. Aber man muss realistisch sein, Salzburg hat ganz andere Möglichkeiten und sieben Punkte Vorsprung, das ist eine ganze Menge", erklärte Kapitän Steffen Hofmann, mit einem Tor und zwei Assists der Matchwinner für die Grün-Weißen.
Im Gegensatz zu den jüngsten beiden Derbys im Horr-Stadion fand der Deutsche diesmal weit besser ins Spiel, was wohl auch daran lag, dass ihm diesmal kein Manndecker zur Seite gestellt wurde. Für Austria-Trainer Karl Daxbacher war diese taktische Variante mit Fernando Troyansky kein Thema mehr. "Damals hatten wir im Herbst vor dem Derby drei Spiele verloren, da mussten wir uns etwas überlegen. Jetzt haben wir unser System gefunden, und warum soll man etwas ändern, wenn es klappt?", fragte der Niederösterreicher.
"Würdiges Derby"
Sein Mut zur Offensive sei "nicht die verkehrte, sondern eine selbstbewusste Taktik" gewesen. "Wenn man etwas riskiert, hat man a la longue mehr Erfolg als wenn die Spielweise nur auf Passivität ausgerichtet ist", betonte Daxbacher. Auch dank der Angriffslust der Austria bekamen die 17.500 Zuschauer ein Match zu sehen, das der frühere LASK-Betreuer als "würdiges Derby" bezeichnete. "Es war bis zum Schluss spannend. Wir haben versucht, das Resultat zu korrigieren, aber ím Hanappi-Stadion ist es schwer zu gewinnen, das haben auch schon andere Mannschaft erfahren", sagte Daxbacher, für den das zweite Rapid-Tor die Schlüsselszene und der dritte grün-weiße Treffer ein "Blackout von uns" waren.
In seiner Einschätzung der Qualität des 289. Aufeinandertreffens lag der Austria-Coach auf einer Wellenlänge mit seinem Gegenüber Peter Pacult. "Das war ein Derby auf hohem Niveau, die Austria hat uns voll gefordert. Unser Sieg geht in Ordnung, weil wir mehr Chancen hatten. Eigentlich hat Safar die Austria im Spiel gehalten."
Pacult-Lob von Pacult selbst
Kritik an der Abwehrleistung seiner Mannschaft wollte der Wiener nicht üben. "Es ist besser, ein Derby 3:2 als 1:0 zu gewinnen." Stolz war Pacult auf die Reaktion der Rapidler auf das 0:1. "Ich kann mich an ganz wenige Spiele erinnern, in denen es bei uns nach einem Rückstand einen Knacks gegeben hat. Das ist sicher auf meinem Mist gewachsen, dass wir auf solche Situationen richtig reagieren."
So wie Hofmann wollte sich auch Pacult keinen Titel-Spekulationen hingeben. "Es war wichtig, dass wir uns für die letzten Runden einen Polster geschaffen und unser Ziel - einen internationalen Platz - abgesichert haben", meinte der 49-Jährige. Rapids Vorsprung auf die derzeit viertplatzierte Austria beträgt sieben Punkte. Sollten die "Veilchen" das Cup-Finale gegen die Admira gewinnen, würde eine Endplatzierung unter den Top Vier zur Teilnahme an der Europa-League-Qualifikation reichen, und von den fünftplatzierten Riedern (derzeit 13 Punkte hinter Rapid) könnten die Hütteldorfer nur noch theoretisch verdrängt werden.
(apa/red)
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