Vom Supermarkt-Tycoon zum Staatschef: Oppositioneller gewinnt Wahl in Panama
- Erdrutschsieg mit Stimmenanteil von 61 Prozent
- Will künfitg Regierung der nationalen Einheit bilden
In Panama ist der konservative Supermarkt-Tycoon Ricardo Martinelli als Sieger aus den Präsidentschaftswahlen hervorgegangen. Das gab die nationale Wahlkommission bekannt. Martinelli erzielte mit einem Stimmenanteil von 61 Prozent einen Erdrutschsieg. Er tritt sein Amt am 1. Juli an. Die Kandidatin der Regierungskoalition, Balbina Herrera, gestand ihre Niederlage ein.
Die Wahlkommission rief Martinelli beim Auszählungsstand von 80 Prozent der Stimmen offiziell zum Sieger aus. Herrera kam auf 37 Prozent, der frühere Präsident Guillermo Endara folgte abgeschlagen auf Platz drei. Wahlbeobachter der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) berichteten, die Abstimmung sei bei hoher Beteiligung fast problemlos verlaufen.
Nationale Einheit
Martinelli kündigte an, er werde die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit anstreben. "Morgen werden wir alle Panamaer sein und das Land so ändern, dass es ein gutes Gesundheits- und Bildungssystem, ein gutes Verkehrswesen und eine gute Sicherheit hat", sagte er.
Supermarkt-Tycoon
Der 57-Jährige, der ein Imperium aus Supermärkten, Banken und landwirtschaftlichen Unternehmen führt, galt bereits im Vorfeld der Abstimmung als Favorit für die Nachfolge des sozialdemokratischen Amtsinhabers Torrijos. Seine schärfste Konkurrentin Herrera ließ er in Umfragen bis zu 16 Prozentpunkte hinter sich.
Die Wahlberechtigten in dem mittelamerikanischen Land waren aufgerufen, neben dem Präsidenten auch den Vizepräsidenten, Mitglieder des Parlaments und Bürgermeister zu wählen. Ein zentrales Thema des Wahlkampfs war die Konjunkturentwicklung und dabei besonders der gut fünf Milliarden Dollar teure Ausbau des für das Land wirtschaftlich bedeutenden Panama-Kanals.
(apa/red)
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