Schweinegrippe ist nicht ausgestanden:
Über 800 Menschen sind weltweit infiziert
- Zahl der Opfer ist in Mexiko bereits auf 19 gestiegen
- Besorgniserregende Infektion kanadischer Schweine
IHR KOMMENTAR: Fürchten Sie die Schweinegrippe?

·Grippe: Patientin aus dem Spital entlassen
Von der Frau geht keine Ansteckungsgefahr aus
·Die sechs Epidemie-
Warnstufen der WHO
Stufe sechs wäre ein globaler Grippe-Ausbruch
·10 wichtige Fragen zur Schweinegrippe
Wie gefährlich es ist
und wie man sich schützt
·Moslems erklären
Schweinen den Krieg
Ägypten ordnet Tötung von 350.000 Tieren an
Angesichts der weiteren Ausbreitung der Schweinegrippe hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu anhaltender Wachsamkeit aufgerufen. Es wäre unvorsichtig, sich bei dem schnell mutierenden Erreger von der bisher geringen Zahl der Todesopfer beruhigen zu lassen, erklärte der WHO-Direktor für das globale Warnsystem, Mike Ryan.
Weltweit wurden inzwischen mehr als 800 Infektionen bestätigt, die meisten in Mexiko. Die Zahl der bestätigten Todesopfer in Mexiko stieg auf 19. Bei elf weiteren Todesfällen seit Freitag sei die Schweinegrippe als Ursache noch nicht sicher bestätigt, sagte Gesundheitsminister Jose Angel Cordova. Im ganzen Land blieben am Wochenende öffentliche Einrichtungen und Unternehmen geschlossen. Alle 176 Fußballspiele mussten ohne Zuschauer ausgetragen werden.
Obama hofft auf unnötige Vorsichtsmaßnahmen
In den USA gab es vor allem in den Bundesstaaten New York, Texas und Kalifornien bestätigte Infektionen, zumeist bei Urlaubsrückkehrern aus Mexiko. Zahlreiche Schulen blieben geschlossen. Präsident Barack Obama versicherte, die USA träfen alle nötigen Vorbereitungen. Er hoffe und bete aber, "dass sich all diese Vorsichtsmaßnahmen und Vorbereitungen als unnötig erweisen". Am Samstag stimmte er sich telefonisch mit seinem mexikanischen Kollegen Felipe Calderon ab.
Die WHO gab weiter keine Entwarnung: "Diese Viren mutieren, sie ändern sich, sie können sich mit anderem genetischen Material neu gruppieren", erklärte Ryan am Samstag. 2,4 Millionen Einheiten des Medikaments Tamiflu wurden in 72 Entwicklungsländer verschickt, um diese gegen eine mögliche Pandemie zu wappnen.
Das US-Zentrum für Seuchenkontrolle (CDC) äußerte sich ähnlich besorgt. "Wir haben schon Zeiten erlebt, in denen die Dinge scheinbar besser wurden, nur um dann schlechter zu werden", erklärte Anne Schuchat, Wissenschaftsdirektorin des CDC. Zuvor hatten Experten des Zentrums erklärt, das Schweinegrippe-Virus H1N1 verfüge nicht über die genetischen Eigenschaften, die den früheren Erreger so gefährlich machten. Die Spanische Grippe von 1918/19 war einer der tödlichsten Seuchen in der Geschichte der Menschheit und hat nach Schätzungen von Experten 40 bis 50 Millionen Menschen das Leben gekostet.
Landwirt infizierte Schweine
Ein beunruhigendes Zeichen zur Wandlungsfähigkeit des neuartigen Erregers kam am Wochenende aus Kanada: Erstmals wurde der Erreger von einem Menschen auf Schweine übertragen. Die rund 220 Tiere des Bauernhofs in der Provinz Alberta wurden unter Quarantäne gestellt. Ein Arbeiter war nach Angaben der Lebensmittelbehörde aus Mexiko zurückgekehrt und zwei Wochen später zeigten die Tiere Krankheitssymptome. Das Virus habe sich vermutlich nicht über den betroffenen Betrieb hinaus verbreitet.
Nach dem ersten Schweinegrippe-Fall in China wurden alle Flüge aus Mexiko ausgesetzt. Das Hotel, in dem der erkrankte Tourist aus Mexiko in Hongkong abgestiegen war, wurde mit seinen 350 Gästen für sieben Tage unter Quarantäne gestellt. Die rund 130 Passagiere, die im gleichen Flug wie der Grippepatient nach China gekommen waren, wurden ebenfalls für eine Woche isoliert. Singapur beschloss, alle aus Mexiko ankommenden Passagiere pauschal für eine Woche unter Quarantäne zu stellen.
Massenschlachtung hat begonnen
Ägypten hat am Wochenende die umstrittene Massentötung von Schweinen begonnen. In Kairo wurden 28.000 Schweine zu Schlachthöfen gefahren. In mehreren Orten kam es zu Ausschreitungen wütender Schweinezüchter, die Sicherheitskräfte mit Flaschen und Steinen bewarfen.
Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums sollen die Massenschlachtungen drei bis vier Wochen dauern. Die Behörden hatten die Aktion zunächst als Vorsichtsmaßnahme gegen eine Ausbreitung der Schweinegrippe dargestellt, dann aber erklärt, die Massenschlachtung habe nichts mit der Schweinegrippe zu tun. Es handle sich um eine "allgemeine Gesundheitsmaßnahme". In Ägypten ist bisher kein Fall von Schweinegrippe bekannt. Die etwa 250.000 Schweine in Ägypten werden vor allem von koptischen Christen gezüchtet und verspeist. Im Islam gelten Schweine als unrein.
(apa/red)
Paketfunde in Kanada10:02
Pornostar als Killer?29-jähriger Luka Magnotta soll Bekanntschaft ermordet, zerstückelt und verschickt haben
Familiendrama in St. Pölten11:38
Gedenkfeier in SchuleLehrer und Schüler nehmen Abschied von getötetem Buben - Kinder psychologisch betreut
