Schweinegrippe hat Asien erreicht: 1. Fall in Hongkong - weniger Infizierte in Mexiko
- Zahl der Neuinfektionen geht in Mexiko zurück
- Bisher 15 Menschen an neuer Influenza gestorben
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Wie gefährlich es ist
und wie man sich schützt

Die Schweinegrippe hat Asien erreicht: In Hongkong ist ein erster Fall gemeldet worden. In Deutschland hat erstmals ein Mensch einen anderen mit dem Virus angesteckt. Und aus Österreich wurden zwei neue Verdachtsfälle gemeldet. Weltweit gab es aber erste Hoffnungsschimmer. In Mexiko, dem Ursprungsland der neuen Grippe, sank die Zahl der Neuinfektionen, auch wenn der Gesundheitsminister des Landes eine neue Zwischenbilanz von 15 Todesfällen bekanntgab.
Die Krankheit verbreitet sich in Mittel- und Nordamerika langsamer als befürchtet. Patienten sind bisher sehr gut mit antiviralen Medikamenten behandelbar. Das sagte der Generaldirektor für Öffentliche Gesundheit im österreichischen Gesundheitsministerium, Hubert Hrabcik.
Die WHO hat ein Programm mit Expertenteams gestartet, um in Mexiko das wahre Ausmaß der Erkrankungswelle zu bestimmen, damit man die Dimension besser einschätzen kann. Darüber hinaus gibt es bereits ein internationales Programm zur Überwachung der aufgetretenen Fälle. Hrabcik: "Das soll uns wichtige Informationen über den Verlauf der Erkrankung liefern. Bisher hat die Therapie (mit "Tamiflu" etc., Anm.) sehr gut gegriffen." Zu Beginn dürfte die Mexiko-Grippe offenbar deutliche Symptome auslösen, dann aber nicht besonders schlimm verlaufen.
Fünf Infizierte in Deutschland
In Deutschland hat ein Patient eine Krankenschwester in Bayern infiziert. Die Frau ist inzwischen wieder gesund. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums stieg die Zahl der in Deutschland mit dem Virus A (H1N1) Infizierten auf fünf, davon vier in Bayern. Bei allen Angesteckten sei der Krankheitsverlauf milde, sagte Hacker.
Über 330 Infektionen
Weltweit sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO mehr als 330 Infektionen mit dem neuen Grippevirus bestätigt. Nach Einschätzung der Behörde steht die Welt zwar am Rande einer Pandemie. Gleichwohl sieht sie keinen Grund zur Ausrufung der sechsten und letzten Warnstufe.
Behörden geschlossen
In Mexiko schlossen für fünf Tage die meisten Behörden und Unternehmen, um die Ausbreitung der Seuche einzubremsen. Gesundheitsminister Jose Angel Cordova sagte, in den Krankenhäusern seien unterdessen nur 46 Patienten mit Grippesymptomen registriert worden. Vor rund zwei Wochen seien es mehr als 200 an einem Tag gewesen. Dies sei ein ermutigendes Zeichen.
Mexiko hat der WHO eine verzögerte Reaktion auf die Schweinegrippe vorgeworfen. Er habe das amerikanische Regionalbüro der WHO bereits am 16. April über alarmierende Grippefälle und atypische Lungenentzündungen in Mexiko informiert, sagte der Direktor des Nationalen Epidemiologischen Zentrums, Miguel Angel Lezana. Erst acht Tage später habe die WHO ihrer Besorgnis Ausdruck verliehen und vor einer möglichen Pandemie gewarnt.
Keine Reiseverbote in EU
Die EU-Länder verzichteten auf drastische Maßnahmen wie Reiseverbote. Einen solchen Schritt habe kein Land in Betracht gezogen, erklärte die tschechische Gesundheitsministerin und EU-Ratsvorsitzende, Daniela Filipiova, nach einem Krisentreffen der EU-Minister in Luxemburg. Alle EU-Länder rieten aber von Reisen in die mittelamerikanische Region ab.
Noch kein Schwein erkrankt
Die Bezeichnung der Seuche als Schweinegrippe sorgte weiter für Unmut. Die WHO beschloss deshalb, die Krankheit nach dem Erreger künftig "Influenza A (H1N1)" zu nennen. Die WHO gab damit dem Druck der fleischverarbeitenden Industrie nach. Denn an dem H1N1-Virus, das Elemente von Erregern enthält, die bei Schweinen, Vögeln und Menschen auftreten, ist bisher noch kein Borstenvieh erkrankt.
(apa/red)
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