Donnerstag, 30. April 2009

Unruhen in Karachi fordern mehrere Tote:
Ethnisch motivierte Konflikte in Pakistan

  • Polizei meldet mindestens 34 Tote in Hafenstadt
  • Öffentlicher Nahverkehr in 16-Millionen-Stadt steht

Bei schweren Unruhen in der südpakistanischen Hafenstadt Karachi sind mindestens 34 Menschen ums Leben gekommen. Wie die Polizei mitteilte, wurden am Vortag und in der Nacht bis zu 40 weitere Menschen bei den ethnisch motivierten Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der in der Provinz Sindh mitregierenden Regionalpartei MQM und Angehörigen der paschtunischen Minderheit verletzt. In mehreren Stadtteilen der Millionenmetropole hätten Bewaffnete ihre Opfer niedergestreckt, vielfach sei Panik ausgebrochen. Den Angaben zufolge sind die meisten Opfer Paschtunen.

Wie die Polizei weiter mitteilte, patrouillierten bewaffnete Sicherheitskräfte in den Straßen, um ein Wiederaufflammen der Gewalt zu verhindern. Zudem blieben in mehreren Bezirken der 16-Millionen-Metropole Schulen und Geschäfte geschlossen. Auch der öffentliche Nahverkehr kam zum Erliegen. Nach Medienberichten waren die Unruhen am Mittwoch ausgebrochen, nachdem Unbekannte einen Anhänger der MQM erschossen hatten. In Karachi kommt es immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Volksgruppen.
(apa/red)

30.4.2009 13:38