Sonntag, 3. Mai 2009

Sechs Tote nach Lawinenabgang in Tirol:
Bei Opfern handelt sich sich um Tschechen

  • Wurden bereits am Samstag von Lawine verschüttet
  • Einsatz am Schalfkogel dauerte lediglich eine Stunde

Fünf Tschechen und ein Slowake sind tot unter einer Lawine in den Ötztaler Alpen auf einer Höhe von 3.000 Metern geborgen worden. Das Unglück hatte sich bereits am Samstagnachmittag ereignet, die Rettungskräfte konnten wegen des schlechten Wetters aber erst einen Tag später zur Unfallstelle gelangen.

Die siebenköpfige Skitourentruppe war in der Gurgler Gruppe am Ende des Ötztaler Gletschers vom Hochwilderhaus aus auf dem Weg zum 3.500 Meter hohen Schalfkogel gewesen. Einer von ihnen blieb im Winterraum der Hütte. Er überlebte als einziger. Der etwa 45-jährige Mann wurde psychologisch betreut und von der Polizei einvernommen. Seine toten Kollegen konnten am Sonntagnachmittag durch ihre Dokumente endgültig identifiziert werden.

Schon am Samstagnachmittag war der Lawinenabgang von Augenzeugen beobachtet und mögliche Verschüttete gemeldet worden. Der Hubschrauber konnte trotz mehrmaliger Versuche nicht zum Unglücksort gelangen. Auch zu Fuß sei der Aufstieg durch eine Rinne zu gefährlich gewesen, berichtete der Einsatzleiter der Bergrettung, Ronald Ribis, der APA.

Einsatz dauerte nur eine Stunde
Erst gegen 6.00 Uhr sei es möglich gewesen, mit fünf Hundestaffeln zum Lawinenkegel zu fliegen. Schon nach zwei Minuten konnte die erste Leiche geborgen werden. Nach 56 Minuten war der Einsatz beendet und alle sechs Verunglückten wurden nach Obergurgl geflogen. "Alle hatten ein Lawinensuchgerät dabei. Der am tiefsten Verschüttete lag unter zweieinhalb Metern Schnee", schilderte Ribis.

"Wir wundern uns, was die Gäste zu diesem Zeitpunkt im freien Gelände zu suchen hatten", sagte Bürgermeister Ernst Schöpf. "Es war klar, dass am Samstag keine Bedingungen für eine hochalpine Skitour geherrscht haben."
(apa/red)

3.5.2009 16:19