Markige Sprüche & untergriffige Attacken:
So will Strache Wiens Bürgermeister werden
- NEWS: SPÖ-Spitze "Ansammlung von Heuchlern"
- Blau-Schwarz? "Hahn ist politisches Leichtgewicht"
·Nirgendwo lebt es sich besser als in Wien
Donaumetropole besitzt höchste Lebensqualität
·Parteienaufmarsch am Tag der Arbeit
1. Mai zwischen Klassen- kampf & EU-Wahlkampf

Der selbst ernannte Revolutionär wirkte zuletzt frustriert. FP-Chef H.-C. Strache hatte schon für das Duell mit Wiens SP-Bürgermeister Michael Häupl die Messer gewetzt. Doch der will die Wahl nicht vorziehen, sondern 2010 in die Wahlschlacht ziehen. Dafür spricht, dass Häupl gerade erst einen harten Law-&-Order-Kurs eingeschlagen hat. Und warten muss, bis diese Linie bei den Wählern ankommt. Auch das Wahlzuckerl Gratiskindergarten spüren die Wiener erst im Herbst. Im NEWS-Interview setzt Strache deshalb alles daran, den übermächtigen Rivalen mit markigen Sprüchen und untergriffigen Attacken herauszufordern.
NEWS: Sie wollten heuer die FPÖ-Erfolgsgeschichte weiterschreiben. Jetzt scheint aus den Blauen aber die Luft draußen zu sein.
Strache: Unsinn. Ich habe 2005 die FPÖ bei zwei bis drei Prozent übernommen. Heute liegen wir in manchen Umfragen bei mehr als 20 Prozent.
NEWS: Das ist nicht Ihr Verdienst. Sie profitieren von der Krise.
Strache: So leicht kann man sich das nicht machen. Warum profitieren dann die anderen Oppositionsparteien nicht?
NEWS: Weil die nicht nur populistische Antworten geben.
Strache: Unser Erfolg liegt an mir. Ich mache keine Wahlversprechen, die ich nicht einlöse.
NEWS: Kommen wir zu Wien. Wollen Sie vorgezogene Wahlen?
Strache: Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl ist seit Jahren untätig. Er redet Probleme schön, leugnet sie, regiert mit präpotenter Allmacht. Häupl ist unfähig, behindert sich selber. Der Wahltermin liegt in seiner Hand, bis jetzt hat er immer vorgezogen.
NEWS: Wenn Häupl vorzieht, werfen Sie ihm sicher Arbeitsverweigerung vor.
Strache: Die zeigt er ohnehin seit Jahren. Die Wiener SPÖ-Spitze ist eine Ansammlung von Heuchlern und Zockern. Sie wettern gegen Spekulationen, spekulieren aber selber mit Steuergeld. Das sind mehrheitlich Scharlatane. Häupl ist verantwortlich dafür, dass Wien ein Eldorado für Ostbanden und Gewalttäter ist. Die Polizei kann bei dem Abbau von Planstellen, an dem auch Häupl schuld ist, ihren Aufgaben nicht nachkommen.
NEWS: Bürgermeister Häupl tendiert jetzt auch in Richtung Law & Order. Fürchten Sie um Wählerstimmen?
Strache: Aus Häupl spricht nur die blanke Angst, weil er mich im Nacken spürt. Denn ich sage: Österreich darf kein Zuwanderungsland werden.
NEWS: Wir sind bereits ein Einwanderungsland.
Strache: Das bestimmt immer noch der Wähler. Wer mich wählt, der weiß: Unanständige Menschen werden nicht mehr hereingelassen. Mit mir ist Österreich kein Einwanderungsland mehr. Jeder Zuwanderer, der arbeitslos wird, sollte nach einem halben Jahr eine Heimkehrerprämie erhalten. Wenn er noch Ansprüche darüber hinaus hat, bekommt er das restliche Geld in die Heimat nachgeschickt.
NEWS: Ohne Zuwanderung bricht unser Sozialsystem zusammen.
Strache: Falsch. Wir müssen nur mehr Geld in die heimischen Familien investieren statt in Massenzuwanderung.
NEWS: Mehr Geld fordern ist leicht. Aber zurück nach Wien: Wiens VP-Chef Johannes Hahn macht Ihnen ein Angebot für eine Koalition. Freut Sie das?
Strache: Hahn ist ein politisches Leichtgewicht, abgehoben und blutleer. Wer ihn wählt, kriegt Häupl. Denn Hahn wird Häupl wählen. Deshalb ist jede Stimme für die ÖVP verloren. Ich mache eine Koalition mit den Wählern und beweise mich in Wien. Später kann ich mein Wiener Modell als Kanzler umsetzen.
Mehr zum "Kampf um Wien" finden Sie im NEWS 18/09
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