Donnerstag, 30. April 2009

WHO erhöht jetzt sogar auf Alarmstufe 5:
Globaler Ausbruch steht unmittelbar bevor

  • Bei Pandemie wäre "die gesamte Menschheit bedroht"
  • Jetzt hat auch die Schweiz ihren ersten Grippe-Fall

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat ihre Alarmstufe wegen der Schweinegrippe auf die zweithöchste Stufe fünf angehoben. Dies bedeutet, dass nach Einschätzung der WHO ein globaler Ausbruch der Krankheit unmittelbar bevorsteht. WHO-Chefin Chan gab die Erhöhung nach Beratungen mit Grippeexperten in Genf bekannt. Sie rief alle Länder auf, ihre Pandemie-Notfallpläne zu aktivieren.

Mittlerweile gibt es auch in der Schweiz einen Fall von Schweinegrippe. Es handelt sich um einen jungen Mann, der wegen Verdachts auf eine Erkrankung im Kantonsspital Baden auf eine Isolierstation gebracht worden war. Die Gesundheitsbehörden im Kanton Aargau hatten zunächst Entwarnung gegeben und den Mann nach Hause entlassen. Später bestätigte sich jedoch die Infektion mit der Schweinegrippe.

In Österreich gibt es bisher einen nachgewiesenen Schweinegrippe-Fall. Wegen der Epidemie kommen heute die EU-Gesundheitsminister zusammen. In Mexiko sind bisher acht Menschen an der Schweinegrippe gestorben, in den USA einer. Das deutsche Agrarministerium kritisierte unterdessen die Bezeichnung "Schweinegrippe", da es sich um einen Virus handle der allein von Mensch zu Mensch übertragen werde.

Im Falle einer Pandemie wäre "die gesamte Menschheit bedroht", sagte WHO-Chefin Chan vor Journalisten. Alarmstufe sechs würde eine Pandemie bedeuten, Stufe fünf bedeutet eine weit verbreitete Übertragung von Mensch zu Mensch in mindestens zwei Ländern. "Das erleben wir jetzt in Mexiko, und die Informationen der US-Behörden zeigen das auch", sagte sie. Gleichzeig warnte Chan jedoch vor Panik. "Wir sollten es nicht übertreiben. Wir brauchen eine gewisse Ebene der Ruhe, damit wir das auf rationale Weise bewältigen können."

Weltweit 174 Fälle
Das EU-Seuchenkontrollzentrum (ECDC) hat die Zahl von weltweit bestätigten Schweinegrippe-Erkrankungen mit 174 angegeben. Davon entfallen 19 auf EU-Länder. Sieben Menschen sind bisher an der Krankheit in Mexiko gestorben. In den USA starb ein kleines Kind.

Innerhalb der Europäischen Union seien in den vergangenen 24 Stunden 15 neue Fälle gemeldet worden, hieß es aus Stockholm weiter. Die einzelnen Länder mit den insgesamt 19 Fällen sind: Spanien (10), Großbritannien (5), Deutschland (3) und Österreich (1). Alle Erkrankungen in Europa hätten bisher einen "milden Verlauf". Aus der Schweiz wurde der erste bestätigte Fall von Schweinegrippe gemeldet.

Außerhalb Europas sind Mexiko, USA, Kanada, Israel, Neuseeland, Peru und Costa Rica betroffen.

(apa/red)

30.4.2009 13:18