Dienstag, 28. April 2009

Österreich rüstet sich für den Ernstfall:
Krisenstäbe treten in Ländern zusammen

  • Österreich für Schweinegrippe-Pandemie gerüstet

Nach der Ausrufung der Warnstufe 4 laut Pandemie-Plan sind am Dienstag nach den Bundes-Maßnahmen auch die Krisenplanungen in den Bundesländern angelaufen. In Wien hielt das "Kernteam" des Krisenstabs bereits eine erste Sitzung ab, in Tirol wurde für Donnerstag die erste Besprechung angesetzt. In der Steiermark wurde das Expertengremium hingegen lediglich per E-Mail kontaktiert. Tamiflu-Präparate und Schutzmasken seien für den Notfall ausreichend vorhanden, hieß es in den einzelnen Bundesländern.

In Oberösterreich war eine Sitzung des Krisenstabes am frühen Nachmittag vorerst nicht geplant, so das Büro von Gesundheitslandesrätin Silvia Stöger (S). Derzeit werde vor allem die Kommunikation intensiviert, Bezirkshauptmannschaften und Gesundheitseinrichtungen würden laufend auf den neuesten Informationsstand gebracht. Außerdem werde überprüft, ob die Verteilungskette für Schutzmasken, Tamiflu etc. abrufbereit sei, erklärte ein Sprecher der Landesrätin. Wenige Stunden später wurde im oberösterreichischen Steyr der erste Verdachtsfall bekannt.

In Wien trafen einander am Dienstag unter anderem Vertreter des Krankenanstaltenverbundes (KAV), der Rettung, der Veterinärmedizin, des Gesundheitsamtes und der Magistratsdirektion in den Räumlichkeiten der Landessanitätsdirektion zu einem ersten Informationsaustausch, so eine Sprecherin des Gesundheitsamtes. Zudem wurden die Vorbereitungen für die Einrichtung einer Hotline besprochen. Falls notwendig werde die Auslieferung gebunkerter Tamiflu-Vorräte in die Wege geleitet. Weitere Besprechungen sollen regelmäßig folgen. Der Wiener Pandemieplan regelt auch die Kapazitäten in den Spitälern: Für die stationäre Versorgung von Patienten stellt der KAV rund 500 Betten zur Verfügung. Diese würden sich in abgeschlossenen Bereichen befinden, um eine Isolierung der Influenza-Patienten zu gewährleisten.

"Salzburg ist gut vorbereitet - allein schon aufgrund der Vogelgrippe", fasste Landessanitätsdirektor Christoph König die Maßnahmen im Land Salzburg zusammen. In den Landeskrankenanstalten sei der Krisenstab schon zusammengetreten, auch in den Apotheken habe man Maßnahmen getroffen. Tamiflu und Masken stünden für 40.000 Menschen sofort bereit und könnten sofort zur Verfügung gestellt werden, so König. Das Land Salzburg habe bereits eine kleine Arbeitsgruppe für einen Influenza-Pandemieplan eingesetzt, der für die ressortzuständige LR. Erika Scharer (S) nun einen Vorgangsplan ausarbeitet.

28.4.2009 15:34