Dienstag, 28. April 2009

"Politische Machtübernahme im ORF": Programmdirektor attackiert Regierung

  • Wolfgang Lorenz im Exklusiv-Talk mit TV MEDIA
  • Mitglied der ORF-Geschäftsführung bezieht Stellung

In der aktuellen Ausgabe von TV-MEDIA bezieht Programmdirektor Wolfgang Lorenz als erstes Mitglied der ORF-Geschäftsführung klar Position gegen den Entwurf des neuen ORF-Gesetzes, das u. a. die Ablöse der Direktoren vorsieht. Lorenz: "Dieses Gesetz ist im Wesentlichen ein Mechanismus, um Personen loszuwerden. Die Diskussion über den ORF hat einen einzigen Zweck: politische Machtübernahme."

Lorenz im exklusiven Interview mit TV-MEDIA: "Es ist ein kalter Zynismus, der uns alle umweht. Ich bin jetzt 40 Jahre im Geschäft und habe so ziemlich alles erlebt. Die jetzige Tonalität und der aktuelle Umgang der Politik mit dem ORF ist mir so aber nicht erinnerlich."

Lorenz sieht zudem die Unabhängigkeit seiner Satire-Sendungen gefährdet: "Wir haben in den vergangenen zwei Jahren Superformate geschaffen, die zustechen. Jetzt will man alles wieder einfangen. Die Politik will im Fernsehen wieder nur schön sein. Es ist aber nicht unser Geschäft, Pin-ups der heimischen Politiker zu erzeugen."

Lorenz sieht schwarz
Und Lorenz sieht auch schwarz für die Zukunft des ORF: "Wenn wir nicht all das uns zustehende Geld aus den TV-Gebühren bzw. aus der Gebührenbefreiung bekommen, wird es keine zwei Vollprogramme mehr und auch keine neuen Spartensender geben. Der ORF wird nicht als das Unternehmen überleben, das wir heute kennen."

Tumult beim ORF - Lesen Sie mehr darüber im TV MEDIA 19/09!

28.4.2009 12:57