Dienstag, 28. April 2009

Syriens Staatschef zu Besuch in Österreich:
Obamas Friedensinitiative in Nahost nutzen

  • Nahost-Friedenslösung und Golanhöhen als Themen
  • Interesse an verstärkten Wirtschaftsbeziehungen

Der syrische Präsident Bashar al-Assad ist von Bundeskanzler Werner Faymann in Wien empfangen worden. Bei dem Vieraugengespräch standen die Suche nach einer Nahost-Friedenslösung, das österreichische Engagement in der Region und die Wirtschaftsbeziehungen im Mittelpunkt, wie aus dem Kanzleramt verlautete.

Den Angaben zufolge sagte Faymann, es gelte, im Nahen Osten das Momentum nutzen, das sich durch die Initiative des neuen US-Präsidenten Barack Obama ergeben habe. Zudem erinnerte der Kanzler an das jahrzehntelange Engagement Österreichs in der Region und den Einsatz von Bundesheersoldaten auf den Golanhöhen im Rahmen der UN-Friedensmission.

Faymann unterstrich, dass Österreich stolz auf seine freundschaftlichen Beziehungen zu den Ländern des Nahen Ostens sei. In diesem Zusammenhang wurde auch der Name des verstorbenen früheren Bundeskanzlers Bruno Kreisky erwähnt. Im Anschluss an das Gespräch zwischen Assad und Faymann fand ein Mittagessen statt, an dem rund 60 Personen, darunter Mitglieder einer großen Wirtschaftsdelegation, teilnahmen.

Verstärkte Wirtschaftsbeziehungen
Am Montag war Assad mit Vizekanzler Finanzminister Josef Pröll zusammengetroffen. Dabei betonten beide Seiten ihr politisches Interesse an verstärkten Wirtschaftsbeziehungen. Nach Angaben der syrischen Nachrichtenagentur SANA warb Assad für die Fortsetzung des Dialogs zur Umsetzung "vitaler Projekte" in den Bereichen Infrastruktur, Energie und Technologie.

Pröll signalisierte laut seinem Sprecher Daniel Knapp, die Österreichische Entwicklungsbank sei bereit, die Finanzierung einzelner eingereichter Projekte sicherzustellen, soweit sie den dafür erforderlichen Kriterien entsprechen.

Assad für Häupl konstruktiver Partner
Assad war am Montag auch im Wiener Rathaus, wo er sich in das Goldene Buch der Stadt Wien eintrug. Bürgermeister Michael Häupl betonte, dass Wien eine Stadt des Dialogs und der Verständigung sei. Häupl zitierte Aussagen des Staatspräsidenten im Hinblick darauf, dass die Probleme um einen Frieden im Nahen Osten sehr präsent seien. Diese Zitate seien ein Hinweis darauf, dass sich Assad als konstruktiver Partner und Mittler verstehe.

Assad überbrachte laut einer Aussendung die Grüße des syrisch-arabischen Volkes. Damaskus sei ebenso wie Wien eine historisch bedeutende Stadt. Assad betonte, dass die Zukunft dem Dialog gehöre.

Der syrische Präsident absolvierte neben seinen politischen und wirtschaftlichen Gesprächen ein Besichtigungsprogramm. Dabei wurden Assad die Schatzkammer in der Wiener Hofburg und das Schloss Schönbrunn gezeigt.

Am Mittwoch werden Assad und seine Frau Asmaa al-Assad in der Slowakei erwartet.

(apa/red)

28.4.2009 15:48