Montag, 27. April 2009

Ecuador bestätigt Correa wohl im Amt:
Gewinnt Präsidentenwahl schon in 1. Runde

  • Vorläufige Ergebnisse: Amtsträger schafft 50 Prozent
  • Schärfster Konkurrent Gutierrez mit Respektabstand

Der ecuadorianische Präsident Correa kann das südamerikanische Land aller Voraussicht nach vier weitere Jahre regieren. Vorläufigen amtlichen Ergebnissen zufolge sicherte sich der linksgerichtete Amtsinhaber bereits im ersten Wahlgang am Sonntag die absolute Mehrheit und muss damit nicht in eine zweite Runde. Demnach kam Correa auf rund 50 Prozent der Stimmen.

Er lag damit rund 20 Prozentpunkte vor seinem schärfsten Konkurrenten, dem früheren Präsidenten Gutierrez. Um die Wahl auf Anhieb zu gewinnen, benötigt Correa mehr als 50 Prozent der Stimmen oder mindestens 40 Prozent bei einem Vorsprung von zehn Punkten vor dem Nächstplatzierten. Andernfalls kommt es zur Stichwahl. Den vorläufigen Ergebnissen zufolge wäre Correa der erste ecuadorianische Präsident seit drei Jahrzehnten, der ohne zweite Abstimmung eine weitere Amtszeit antreten kann.

Correa rief sich noch am Abend zum Sieger der Abstimmung aus und kündigte eine Fortsetzung seiner Politik an. "Die Revolution ist auf ihrem Weg, und nichts und niemand kann uns stoppen", sagte der 46-jährige Präsident. Hochrechnungen zufolge könnte die Partei Correas bei der zeitgleich abgehaltenen Parlamentswahl eine absolute Mehrheit erzielt haben.

Zu viel Macht für Correa?
Der 46-Jährige gilt in dem Andenstaat mit 14 Millionen Einwohnern als ungemein populär. Kritiker meinen jedoch, dass die neue Verfassung, die in einem Referendum im September von 64 Prozent der Wähler angenommen wurde, dem Präsidenten zu hohe Machtbefugnisse einräumt. Zudem kann sich Correa 2013 um eine weitere vierjährige Amtszeit bewerben, weil seine erste mit der Verabschiedung der neuen Verfassung automatisch abgekürzt wurde.

Im Wahlkampf hatte Correa versprochen, die Armen des Landes vor den Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise zu schützen. In der Vergangenheit hat es bereits freie Schulmahlzeiten, einen höheren Mindestlohn sowie Änderungen im Pensionssystem gegeben.

(apa/red)

27.4.2009 14:31