Mittwoch, 15. April 2009

PISA-Studie 2009: Heuer steht Lesen im Mittelpunkt der Testreihe für unsere Schüler

  • 13 verschiedene Testheftformen werden gebildet
  • Zwei Stunden Zeit: Multiple Choice & offene Aufgaben

Bei der PISA-Studie 2009 steht Lesen im Mittelpunkt. Mehr als 50 Prozent aller Testaufgaben umfassen daher dieses Gebiet, der Rest verteilt sich zu gleichen Teilen auf Mathematik und Naturwissenschaft. Erstmals wird ein Hauptgebiet erneut getestet, bereits bei PISA 2000 war Lesen die Hauptdomäne. Dies erlaubt zum ersten Mal die detaillierte Analyse einer zeitlichen Entwicklung in diesem Bereich.

Die Testaufgaben sind in mehreren Blöcken zu je 30 Minuten Arbeitszeit organisiert: Es gibt sieben Lese-Blöcke und je drei Mathe- und Naturwissenschafts-Blöcke, aus denen 13 verschiedene Testheftformen gebildet werden. Jeder getestete Schüler erhält dann vier Blöcke, wobei nicht unbedingt einer aus jedem Gebiet dabei sein muss. Insgesamt ergibt sich daraus eine Arbeitszeit von zwei Stunden. Die Aufgabenblöcke in den verschiedenen Testheftformen sind dabei in unterschiedlicher Kombination und Reihenfolge angeordnet.

Auch die Aufgabentypen sind unterschiedlich: Sie umfassen Aufgaben mit Multiple-Choice-Antworten; Aufgaben, bei denen die Schüler kurze schriftliche oder numerische Antworten selbst finden und niederschreiben müssen (kurze offene Fragen), und Aufgaben, bei denen komplexe und längere schriftliche Antworten konstruiert und begründet werden müssen (komplexe offene Aufgaben).

Zusätzlich wird im Anschluss an den eigentlichen Test eine 45-minütige Erhebung zu demografischen Daten (Alter, Geschlecht, Muttersprache), sozioökonomischem Hintergrund (Beruf und Schulbildung der Eltern), Schullaufbahn (besuchte Schultypen, Anzahl der Schuljahre, Repetieren), Eltern-Kind-Interaktion aus Sicht der Schüler, Einstellung zum Lesen sowie eine Befragung zum Deutsch-Unterricht durchgeführt.

Zusatztest für 3.500 Schüler
Rund 3.500 Schüler machen im Anschluss an den "normalen" PISA-Test auch an dem Zusatzprojekt ERA (Electronic Reading Assessment) mit, bei dem die Fähigkeiten der Schüler beim Lesen elektronischer Texte am Computer getestet werden.

Auch die Direktoren müssen einen Fragebogen über die Schule ausfüllen. Erhoben werden unter anderem die Basisdaten (Schultyp, Schulgröße, Klassenzahl, Lehrerzahl, durchschnittliche Klassengröße etc.), Schulressourcen und Lernumgebung, Lese-Aktivitäten von Seiten der Schule, Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung, etc..

An einigen Berufsschulen wurde übrigens schon getestet. Dabei handelt es sich um jene Lehranstalten, wo die Schüler nur blockweise unterrichtet werden und manche von ihnen daher zum eigentlichen Test nicht anwesend wären.

(apa/red)

15.4.2009 08:04