Freitag, 17. April 2009

Schlechte Vorzeichen für Montag: Lehrer erwarten von Verhandlungen "nichts mehr"

  • Gewerkschaft: So ließen sich 300 Mio. Euro einsparen
  • "Verhandlungsangebot ist offensichtlich reine Show"
    PLUS: Was sagen Sie zum Vorgehen der Pädagogen?

Der Chef der Pflichtschullehrer-Gewerkschaft, Walter Riegler, erwartet sich von der letzten Verhandlungsrunde am Montag mit Unterrichtsministerin Claudia Schmied im Streit um die Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung "gar nichts mehr". "Das Angebot für eine weitere Verhandlungsrunde am Montag ist offensichtlich reine Show", so Riegler.

Über eine um eine Stunde höhere Lehrverpflichtung brauche man am Montag nicht mehr verhandeln, die Gewerkschaft werde nach sieben Wochen ihre Meinung dazu nicht ändern, sagte Riegler. Seine Hoffnung sei gewesen, dass die Ministerin mit der Regierungsspitze klärt, ob nicht doch Gewerkschaftsvorschläge verfolgt werden könnten, die viel Geld brächten. Doch nach dem ZIB2-Auftritt, in dem Schmied diesen Vorschlag ausgeschlossen hatte, habe er keine Hoffnung mehr.

300 Millionen Euro Ersparnis
Riegler versteht nicht, dass man dem Vorschlag der Personalvertreter nicht näher tritt und alle Lehrer wieder in ein öffentlich-rechtliches Dienstverhältnis stellt. "Es gibt eine dramatisch steigende Zahl an Vertragslehrern", sagte Riegler, der dadurch "viel Geld sinnlos verschwendet" sieht. Denn diese seien für die öffentliche Hand um rund 20 Prozent teurer als Arbeitnehmern in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis, bei dem man sich Pensionsbeiträge, Arbeitslosenversicherung und Gehalt ersparen würde. "Da kommt eine Riesensumme von rund 300 Mio. Euro zusammen, die man einsparen könnte", sagte der Gewerkschafter.

Privilegien und Vorteile, die man früher mit Beamten verbunden hat, sieht Riegler keine: Lehrer in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis würden keine höheren Pensionen mehr erhalten, die schulfesten Stellen gibt es nicht mehr und in der Frage der Unkündbarkeit empfiehlt Riegler einen Landesschulrat zu befragen, ob man einen Vertragslehrer oder einen öffentlich-rechtlichen Bediensteten leichter kündigen kann - laut Riegler sei das bei einem Vertragslehrer wesentlich schwieriger.

Rieglers Hoffnung ist nun jedenfalls, dass die ÖVP den von Schmied geplanten Maßnahmen nicht zustimmt "und in ein ähnliches Fahrwasser kommt wie die Ministerin, die ja aus einer politischen Richtung kommt, in der man üblicherweise Arbeitnehmerinteressen vertritt". Wie es nach dem für 23. April geplanten Protesttag weitergeht, ließ Riegler offen, er setze "solange auf die Vernunft von irgendjemanden, dass eine solche Arbeitsplatzvernichtung nicht kommt".

Unverständnis für Budgetnöte
Bis heute ist für den Gewerkschafter ungeklärt, ob und warum Schmied "angeblich Budgetnöte hat". Das Finanzministerium erkläre, "alles, was sie behauptet nicht finanzieren zu können, bezahlt zu haben". Dies sei ein Widerspruch, der bis heute nicht aufgelöst sei. "In diesem Machtspiel um noch mehr Geld sollen offenbar die Motivation der Lehrer und damit die Zukunft der österreichischen Schule auf dem Altar der Begehrlichkeiten geopfert werden", so Riegler, der eine "erste Antwort auf diese Arbeitsplatzvernichtung" am kommenden Donnerstag auf den Ballhausplatz geben will.

Regierung will sich einschalten
Sollte Unterrichtsministerin Schmied in der nächsten Runde mit der Gewerkschaft nicht zu einer Einigung kommen, dann wäre die Regierungsspitze bereit, sich "gemeinsam mit der Gewerkschaftsspitze" in der Diskussion zu engagieren, sagte Vizekanzler und Finanzminister Josef Pröll. "Bei Vorverhandlungen übers Scheitern nachzudenken, ist nicht sehr produktiv", meinte dazu SPÖ-Chef Werner Faymann in einer ersten Reaktion. Ob er gegebenenfalls doch selbst in die Verhandlungen eintreten würde, ließ der Kanzler offen. ÖGB-Präsident Erich Foglar wäre bereit, im Bedarfsfall zu einer Verhandlungslösung beizutragen. Bisher sei man allerdings mit einem entsprechenden Anliegen an ihn noch nicht herangetreten.

(apa/red)

17.4.2009 16:20
josef4, 18. 04. '09 08:46
Ein schlauer Fuchs... Teil3
Riegler kann nicht verstehen, warum Schmied mit ihrem Budget nicht auskommt, obwohl der Finanzminister behauptet „.. es werde alles bezahlt, was vom Ministerium für die gestellten Aufgaben verlangt wird“ und obendrein das Unterrichtsbudget auch um 1 Milliarde € aufgestockt wurde.

Das ist in meinen Augen reine Gewerkschaftspokerei. Riegler will anscheinend das Mehr an Geld dazu verwenden, um die rasant steigenden Personalausgaben zu finanzieren. ...die Regierung und auch viele Experten wollen dafür aber eine bessere Nachbetreuung für schlechtere Schüler am Nachmittag finanzieren.
josef4, 18. 04. '09 08:43
Ein schlauer Fuchs ... Teil2
Im Interview in der ZIB2 behauptete Riegler lt. obigem Leitartikel, dass sich der Staat sogar das Gehalt der Vertragsbediensteten Lehrer sparen könnte, wenn er sie in ein öffentlich rechtliches Dienstverhältnis überführt.

Das kann ich leider nur als geschicktes Gewerkschaftslatein interpretieren!
josef4, 18. 04. '09 01:16
Ein schlauer Fuchs, der Pflichtschullehrer-Gewerkschaftschef Riegler!
Er sieht ein riesiges Einsparungspotenzial, wenn man 60.000 Vertragslehrer in ein öffentlich-rechtliches Dienstverhältnis überstellt.
Das Ministerium erspart sich nach seinen Worten den Arbeitnehmeranteil der Sozialversicherung für diese Lehrer!

Nun frage ich mich „Wer bezahlt diese Beiträge dann?“ ...in den Sozialversicherungen klaffen ja riesige Lücken!

Im Klartext hieße das, dass die bereits wesentlich stärker unter Druck geratenen Arbeiter u. Angestellten über ihre Steuer einen Großteil dieser fehlenden Arbeitgeberbeiträge aufbringen müssten! Ich hoffe auf diesen Trick fällt den Lehrervertretern niemand rein!

Das sollen konstruktive und ernstgemeinte Vorschläge sein????
josef4, 18. 04. '09 07:42
Re: Ein schlauer Fuchs, der Pflichtschullehrer-Gewerkschaftschef Riegler!
Im obigen Beitrag im 2. Satz wurde irrtümlich "..Arbeitnehmeranteil der Sozialversicherung" geschrieben. Es sollte natürlich heißen "..Arbeitgeberanteil der Sozialversicherung"!!
hary1965, 20. 04. '09 10:25
Re: Ein schlauer Fuchs, der Pflichtschullehrer-Gewerkschaftschef Riegler!
Um da rein zu fallen müßten Politiker schon sehr dumm sein, das traue ich der Bildungsministerin nicht zu dem Bauernschlauen Gewerkschafter die wieder tausende unfähige Lehrer auf Lebenszeit beschäftigt dem Steuernzahler auf s Auge drücken wollen. Im Gegenteil die Frage müßte sein, wie bringen wir jetzige unfähige Lehrer aus dem System raus. Die gestrige Diskussion im Zentrum hat wiedermal gezeigt, der Gewerkschaft fehlt jeder Blick auf die Realität, sie schlagen um sich wie ertrinkende und blicken nur auf ihre Privilegien. Die anwesende AHS Lehrerin die nur Zuhause arbeiten kann weil dort so angenehm ist ist ein Hohn für alle anderen Beschäftigen die ihre Arbeitszeit in Fabrikhallen verbringen
Ulf01, 17. 04. '09 14:28
Opfer bringen
Wenn es einem Unternehmen in der Privatwirtschaft schlecht geht müssen die Mitarbeiter Opfer bringen um das Unternehmen (die Arbeitsplätze) zu erhalten. Unbezahlte Mehrleistungen, Kurzarbeit, Personalabbau, Sparmaßnahmen an allen Ecken und Enden. Der Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes ist die Republik Österreich - bei 4 % Budgetdeffizit bestünden Gründe genug, dass die Mitarbeiter "dieses Unternehmens" Opfer bringen.
Rasso, 17. 04. '09 15:27
Re: Opfer bringen
Wenn es einem Unternehmen gut geht, gibt es eventuell Prämien. Wenn es dem Staat gut geht gibt es hingegen für die Lehrer keine Prämien bzw. Sonderzahlungen
Wilfried1931, 17. 04. '09 12:19
Die reine Show zieht die Gewerkschaft ab
dass Österreich am Rande einer Pleite steht, wird immer offensichtlicher da helfen auch Dementis von allen Möglichen nichts, das das Bildungsbuget fast nur noch aus Personalkosten besteht ist ist bei den Lehrerarbeitszeiten wohl verständlich. Besitzstandsbewahrer wie den GÖD können wir uns nicht mehr leisten sie sind gegen alles, sogar gegen einen Zuschüße die jeden den Kopf schütteln lassen. Wann gehen die Geschädigten Steuerzahler auf die Strasse?? die diesen Zynismus finanzieren. Wie lange tanzt die GÖD noch auf den Köpfer der Bürger herum?? Einmal wird es reichen und dann werden geschädigte Bürger mit GÖD einander Krachen, hoffe die Besitzstandsbewahrer kapieren kapieren das schön langsam
sidestep, 17. 04. '09 12:39
Re: Die reine Show zieht die Gewerkschaft ab
Der Nick "wilfried1931" läßt darauf schließen, dass Sie in der "wohlverdienten??" Pension sind. Wie oft haben Sie sich auf ihrem Arbeitsplatz zum Schaden des Arbeitgebers nutzlos herumgetrieben und wie oft haben Sie blau gemacht? Ihre Arbeitskollegen haben sich das auch gefallen lassen und sind nicht auf die Straße gegangen! Also: Wer im Glashaus sitzt..........
Wilfried1931, 17. 04. '09 13:09
Re: Die reine Show zieht die Gewerkschaft ab
Sidestep dürfte nicht kapieren dass es vielleicht auch Pensionisten gibt, die Selbstständig waren, keinen Krankenstand und keine Ferien kannten und mit ihrer Arbeit andere und Sozialleistungen bezahlt haben, aber soviel Krips zu erwarten ist wohl Glückssache
sidestep, 17. 04. '09 20:08
Re: Die reine Show zieht die Gewerkschaft ab
Doch die gibt es auch, die Selbstständigen, die sich durch den Fleiß ihrer Arbeiter ein Vermögen geschaffen haben. "Krips" schreibt man übrigens mit "G" (Grips) siehe Duden 24. völlig neu bearbeitete Ausgabe, Seite 469, 1.Spalte, 4.Wort von unten (ich brauchte den Duden nur um Ihnen die Seite anführen zu können und nicht etwa um nachzusehen, wie man "Grips" schreibt. Dies nur zur Aufklärung). Aber macht ja nichts, für Ihre Korrespondez hatten Sie ja sicher eine Sekretärin, nicht wahr? Vielleicht wäre ein Besuch bei einem Lehrer nicht so schlecht, zwecks Erwerb von "Krips" meine ich!
hary1965, 20. 04. '09 10:53
Hallo sidestep
Wer die Kommentare dieses sidesteps oder was immer das ist liest, mag sein das er den Duden lesen kann, aber sonst scheint er nichts vom Leben zu verstehen, ein armer Zurückgebliebener Sowjetkommunist, der glaubt jede Form von freier Wirtschaft und Unternehmertum ist gleich Ausbeutung. Lieber Sidestep du scheinst nicht zu kapieren das die meisten kleinen Unternehmen ihre Beschäftigten nur halten können wenn alle fleißig arbeiten und Unternehmer haben keine Sozialleistungen, dürfen nicht krank sein, müssen ihren Urlaub selbst bezahlen im Gegensatz zu ihren Beschäftigten. Warum wandern Typen mit einer Vorstellung wie dieser Sidestp nicht nach Nordkore aus? dort sind die Genoßen Zuhause und zeigen wie gut sie wirtschaften können. Zum Glück gibt es hier nicht mehr viele dieser Experten,