Mittwoch, 15. April 2009

Keine Lösung am Verhandlungstisch: Lehrer
beschließen österreichweiten "Protesttag"

  • Gewerkschaft: Unterricht wird am 23. April ausfallen
  • 5. Verhandlungsrunde: Maßnahmenmix abgelehnt

Nach der fünften ergebnislosen Verhandlungsrunde im Streit um die Lehrer-Arbeitszeit hat das Präsidium der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) einen bundesweiten Protesttag am 23. April in Wien beschlossen. Der Unterricht wird an diesem Tag entfallen. Unterrichtsministerin Claudia Schmied hatte einen Maßnahmenmix mit einer Erhöhung der Unterrichtspflicht um eine statt der ursprünglich geplanten zwei Stunden vorgeschlagen, doch die Lehrer-Vertreter lehnten das Paket ab, da dadurch 5.000 Stellen gefährdet würden.

Nach Gewerkschaftsangaben werden am 23. April bundesweit alle Schulen geschlossen bleiben. Zu der Protestveranstaltung werden Tausende Lehrer erwartet. Von einem "Streik" wollen die Lehrer-Vertreter aber nicht sprechen.

"Kontraproduktiv und unangebracht"
Die angekündigten Demonstration verurteilte Schmieds Sprecher als "kontraproduktiv und unangebracht" - noch dazu, wo Schmied mit dem Alternativvorschlag (eine Stunde höhere Unterrichtsverpflichtung, Altersteilzeit, Ansparen von Überstunden für das Alter) "ein Zeichen der Entspannung gesetzt" habe. Dennoch soll am Donnerstag (16.4.) weiterverhandelt werden, bis dahin soll das Einsparungspotenzial aller fünf von den Lehrer-Vertretern vorgeschlagenen Altersteilzeitmodelle berechnet werden.

Eine Lösung, die eine Anhebung der Unterrichtsverpflichtung enthält, kommt für die Personalvertreter jedoch weiterhin nicht infrage. "Wir haben klar signalisiert, dass wir diesen Weg nicht gehen werden", sagte der Chef der Pflichtschullehrer-Gewerkschaft, Walter Riegler. "Ein Eingriff in das Arbeitsrecht, um das Budget zu retten, findet nicht statt", betonte auch der GÖD-Vorsitzende Fritz Neugebauer. Dieser hob hervor, dass die Personalvertreter Vorschläge zur Einsparung von Personalkosten gemacht hätten, "was gar nicht ihr Geschäft ist", sondern jenes der Ministerin. Er fordert auch Finanzminister Josef Pröll und Schmied auf, die Dissonanz zwischen ihren Aussagen - laut Schmied gibt es zu wenig Geld, laut Pröll eine Budgeterhöhung - unter sich aufzuklären und nicht auf dem Rücken der Lehrer auszutragen.

Hahn soll mitmischen
Der Lehrer-Protest könnte laut Neugebauer noch abgeblasen werden, sollte es doch zu einer gemeinsamen Lösung kommen. Er forderte Kanzler Werner Faymann und Pröll auf, die Causa zur Chefsache zu erklären, holte sich allerdings einen Korb. Das würde die Ressortverantwortung "ad absurdum" führen würde, so Pröll, der gleichzeitig ankündigte, dass sich Wissenschaftsminister Johannes Hahn "verstärkt in die Vorbereitungen für die Verhandlungen am Donnerstag einbringen" werde. Faymann und Pröll drängten erneut darauf, dass die Gewerkschafter und Schmied sich bis zur Budgetrede am 21. April auf dem Verhandlungsweg einigen sollten.

Kritik an Schmied und der Lehrer-Gewerkschaft übten die Oppositionsparteien. Den beiden Verhandlungspartnern gehe es offensichtlich nicht um Bildungsqualität, "sondern um Machtdemonstrationen - und das auf Kosten der SchülerInnen", erklärte der Bildungssprecher der Grünen, Harald Walser. Für BZÖ-Bildungssprecherin Ursula Haubner werden durch den "Machtkampf" Kinder und Eltern verunsichert, beide Seiten sollten "konstruktiv an umfassenden Reformen zum Wohle der Schüler und der Lehrer mitwirken". FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz forderte ein Ende des "Stellvertreterkriegs im Umfeld der Lehrerverhandlungen". Sollten sich die Gewerkschafter nach dem Angebot Schmieds nicht kompromissbereit zeigen, entsteht für SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl "der Eindruck, dass es überhaupt keinen Willen gibt zu einer Lösung".

Auch die Jugend demonstriert mit
Bereits für den 20. April um neun Uhr haben linke Initiativen rund um die sozialistische Jugendorganisation "Revolution" zu einem österreichweiten Schulstreik gegen die Anhebung der Unterrichtsverpflichtung um zwei Stunden aufgerufen. "Wir werden so lange Proteste organisieren, bis diese Vorschläge vom Tisch sind. Die Alternativen der Gewerkschaft halten wir für faule Kompromisse und einen Kniefall vor der Ministerin", sagte "Revolution"-Sprecher Christopher Müller in einer Aussendung. Mit dem Protest wolle man die Lehrer-Vertreter auffordern, ebenfalls Streiks zu organisieren. Schließlich wäre es ohne deren Unterstützung für die Schüler schwierig, "die Reform zu kippen". "Revolution" rechnet mit 5.000 teilnehmenden Schülern in ganz Österreich.

(apa/red)

15.4.2009 08:01
johnnychester, 15. 04. '09 10:34
personalvertreter
wieder einmal der gleiche fehler: die gewerkschaft ist nicht die personalvertretung!!!!!!!!!!!!!!!!!! die pv, besser der da (0dienststellenausschuss und dessen höchstes gremium der za=zentralausschuss) sind gesetlich legitimierte vertreter gegenüber dem dienstgeber und werden von den lehrern gewählt. die gewerkschaft ist ein privater verein, dessen mitglied man werden kann oder auch nicht! hoffe das meine stellungnahme auch von den betreffenden news-leuten zur kenntnis genommen wird!
Susie4, 17. 04. '09 10:06
Re: personalvertreter
Austritt aus dem Verein - die einzige Möglichkeit seinen Protest Ausdruck zu verleihen!
Die sind gegen alles und für nichts! Und das auf Kosten der Steuerzahler.
Die ganze Diskussion ist eine Zumutung für alle Eltern und Schüler.
40 Stunden werden bezahlt - 40 Stunden wird Dienst in der Schule gemacht - Ende der Diskussion! Platz zum Arbeiten wird sich organisieren lassen - es gibt am Nachmittag auch genug leere Klassenzimmer, wo man ungestört arbeiten kann.
Dantine, 15. 04. '09 00:08
Lehrerstreik!
Daß das auch in Österreich zur neuen Kultur gehört, daß wegen jedem Sch.... gestreikt wird stimmt mich traurig!
Natürlich ist der Herr Neugebauer ein Rädelsführer!
Und sowas ist in der Regierung! Scheußlich!
Wo bleibt die (ge)berühmte österreichische Sozialpartnerschaft!
Gute Nacht Österreich!
p.s. Und das alles nur, weil die Lehrer etwas länger (nicht mehr!) arbeiten sollen!
Rasso, 15. 04. '09 05:51
Re: Lehrerstreik!
Sie nehmen also gerne eine Arbeitszeitverlängerung um 10 % hin.
Ulf01, 15. 04. '09 08:53
@Rasso
Sie bestätigen also dass Lehrer nicht mehr als 20 Stunden in der Woche arbeiten wenn 2 Stunden 10 % sind,
bzw. nur 10 Stunden in der Woche arbeiten wenn jetzt ohnehin nur mehr von 1 Stunde gesprochjen wird.
Rasso, 15. 04. '09 10:06
Re: Lehrerstreik!
Es handelt sich ja nicht um 2 Stunden, sondern um 2 Werteinheiten - also rund 4 Stunden.
Rhabarbar, 15. 04. '09 11:23
Re: Lehrerstreik!
@Rasso
Es müßte wohl eher heißen:
Es handelt sich um 2 Unterrichtsstunden, also nicht ein mal um 2 ganze Stunden.
Rhabarbar, 15. 04. '09 14:49
Re: Lehrerstreik!
@Schultuete
Da ich mit meiner Zulagenaussage, die natürlich frei von jeder Grundlage ist, deiner Meinung nach, sicherlich wieder nur Neid erzeugen will, verweise ich auf einen Artikel im Online Kurier vom 9.3.09 wo von rund 45 ( in Worten: fünfundvierzig) möglichen Gehaltszulagen die Rede ist (lt. Auskunft des Ministeriums).
Rhabarbar, 15. 04. '09 14:51
Re: Lehrerstreik!
ups, falscher Artikel
Rasso, 16. 04. '09 09:24
Re: Lehrerstreik!
Jeder, der glaubt, 1 Stunde sind nur 50 Minuten Arbeit, der kennt den Schulbetrieb nicht. Ich lade jeden gerne ein, eine 5 bzw. 10 Minutenpause mit mir zu verbringen. Von ausruhen oder entspannen kann keine Rede sein.
cger, 14. 04. '09 19:53
faire betrachtung
Ich galube es wird versucht die Lehrer als "Sündenböcke" darzustellen, und die Masse zieht mit.
Man muss überlegen-der"kleine Lehrer" steht 22 Stunden in der Klasse ( z.B.36 pubertierende Schüler, und versucht diesen-gegen deren Willen !- etwas beizubringen. Er arbeitet zu Hause noch ,verbessert Schularbeiten etc. und verdient als Neulehrer 1400 € ( Akademiker )

Wieso wird nicht bei der Verwaltung eingespart ? Landesschulratspräsidenten -2 für jedes Bundesland- Inspektoren ,Abteilugsleiter etc. da gebe es jede Menge Sparpotential ! Warum haben Politiker mehrere Jobs und niemand regt sich auf ?

Soviel kann der kleine Lehrer gar nicht mehr arbeiten und einsparen, wie die Spitze ,allen voran die Frau MInister, deren Make-up das Monatsgehalt enes Lehrers kostet,raschest wieder verbraucht.
schultuete, 14. 04. '09 20:31
Re: faire betrachtung
Vor allem stehen die LehrerInnen vor 36 SchülerInnen mit denen es die eigenen Eltern (viele davon wahrscheinlich diejenigen, die sich hier über LehrerInnen auslassen!) keine 10 Minuten aushalten!
Rhabarbar, 14. 04. '09 21:02
Re: faire betrachtung (auch von der anderen Seite)
Mir kommen die Tränen, wenn ich hier lese wie arm die Lehrer sind nochdazu wenn ich sehe mit welchem Eifer die Lehrerin meiner jünsten Tochter am Werk ist (4. Kl. VS). Sie ist jedes Jahr ca. 4 - 5 Wochen krank(!!??), kümmert sich hauptsächlich um ihr Studium das sie nebenbei betreibt und setzt pädagogisch wertvolle Akzente indem sie Kindern, die laut sind, einen Stopel in den Mund steckt oder jene die zu langsam das Klassenzimmer verlassen, einfach einsperrt.
Der stereotype Vorwurf, daß die Kritiker ja auch Lehrer hätten werden können, läßt sich auch umdrehen, warum seid ihr Lehrer geworden wenn es so schlimm ist.
@Schultuete: Bitte um Erklärung wieso an einer VS Lehrer gekündigt werden wenn 2 Std. mehr Lehrverpflichtung besteht.
P.S.Gefundene Rechtschreibfehler dürfen behalten werden.
amrande, 14. 04. '09 21:02
Re: faire betrachtung
Ist es nicht so, dass vor allem die geringere Klassenschülerzahl, eben nicht mehr 36 sondern nur noch 25 mit den 2 Stunden mehr finanziert werden soll?
Streiken die Lehrer wirklich um die Rücknahme der Reformen, was ja auch heißt, wieder größere Klassen?
Damit schädigen sie nicht nur die Schüler, sondern vor allem sich selbst!
schultuete, 14. 04. '09 21:20
Re: faire betrachtung
Liebe/r Rhabarbar!

2 Stunden mehr bedeuten ja nicht, dass die Kinder 2 Stunden länger in der Schule sind. Diese 2 Stunden würde die Lehrerin halt in einer anderen Klasse unterrichten. Oder Nachmittagsbetreuungsstunden übernehmen. In Summe kann man dann in einer Volksschule auf eine Lehrkraft verzichten.
Würde man nur verlangen, dass die Lehrerin z.B. 2 Stunden in einer Klasse als 2.Lehrerin eingesetzt wird zur Unterstützung, dann wäre ja Null Einsparung!
Es geht ja darum 500 Mio.€ einzusparen!
Wie soll das gehen, wenn die Lehreranzahl gleich bleibt,
alle weiter gleich bezahlt werden und halt nur 2 Stunden länger in der Schule bleiben.

P.S. und Rechtschreibfehler stören mich nur, wenn der- oder diejenige andere als Idioten hinstellen ... und LehrerInnen generell als "Pack" bezeichnen!
Rhabarbar, 14. 04. '09 21:59
Re: faire betrachtung
@Schultuete
Deine Erklärung mag auf dem Papier der Gewerkschaft richtig sein, in der Praxis kommen mir aber Zweifel, denn speziell in der VS gibt es je Klasse einen Lehrer egal ob die Lehrverpflichtung 20 oder 22 Std. beträgt d. h. es wird kein Lehrer entlassen. Auch in anderen Schultypen kann ich mir beim besten Willen nicht diesen "Lehrerkahlschlag" vorstellen, da ja die Klassen immer einen Lehrer brauchen, noch dazu wenn die Klassenanzahl, auf Grund der Schülerhöchstzahl, erhöht werden wird.
Was sich dadurch jedoch sicherlich ändern wird, ist z. B. die Bezahlung von Supplierstunden, wo es dann eben 2 Überstunden weniger gibt.
Fakt ist, daß mind. 2 Lehrer (aus meinem Bekanntenkreis) kein Problem mit der Erhöhung haben, die GÖD jedoch glaubt, sie ist der Kaiser.
schultuete, 14. 04. '09 22:09
Re: faire betrachtung
Liebe/r Rhabarber!

Also prinzipiell müsste man jetzt zwischen den einzelnen Schultypen unterscheiden (für HS,AHS,BHS gilt sicher, dass 2 Stunden mehr bedeuten, dass weniger LehrerInnen beschäftigt werden müssen)
Bei VS würde dann eben ebenfalls ein 2. Lehrer eingesetzt z.B. für Turnen, Handarbeiten, ... meist hat auch jetzt nicht EIN Lehrer alle Stunden die ganze Klasse.
Aber das ist regional sehr verschieden!

Und für die anderen Typen:
Ein Turnlehrer wird vielleicht weniger ein Problem haben, als ein Englischlehrer. Denn für diesen bedeuten 2 Stunden mehr tatsächlich einiges an Mehrarbeit.
Das mit den Überstunden stimmt!
Aber vorsicht!
Viele LehrerInnen wollen gar keine Überstunden und in Wien gibt es sie eigentlich nicht mehr!
(Fast nur mehr im BHS-Bereich!)
schultuete, 14. 04. '09 22:27
Re: faire betrachtung
und weiters möchte ich nur hinzufügen ... obwohl ich kein Lehrer bin ..., dass ich mich lange mit den Systemen beschäftigt habe und es mir daher ein Anliegen ist gegen die undifferenzierte und leider oft unqualifizierte Schimpferei aufzutreten. Könnte mir eigentlich egal sein, aber ich will in keiner Gesellschaft leben, die sich entsolidarisiert und beginnt sich gegenseitig zu beschimpfen. (Dies angezettelt zu haben ist ein Vorwurf, dem ich vor allem einer sozialdemokratischen Unterrichtsministerin nicht ersparen kann!)

Die Systeme sind eben unterschiedlich gewachsen und daher ist ein undifferenziertes Verunglimpfen einer für unsere Gesellschaft wichtigen Berufsgruppe kontraproduktiv!
Es hätte zuerst ein vernünftiges Gesamtpaket erarbeitet werden müssen!
So ist es niveaulos!
Rhabarbar, 14. 04. '09 22:29
Re: faire betrachtung
@ Schultuete
Die BMin hat ja bereits klar gemacht, daß es keine Entlassungen geben wird, es aber kurzfristig zu einem Aufnahmestopp kommen wird.
Na bumm, dieses Problem gab es für Junglehrer auch schon in den letzten Jahrzehnten und trotzdem entschieden sie sich für diesen Beruf.
Gehen wir ein mal davon aus, daß 2 Mehrstunden tatsächlich ein Lehrerminus von x bedeuten. dann würde der Alternativvorschlag von Fr. Schmied, 1 Mehrstunde x/2 bedeuten. Wenn man dies jedoch zugleich, wie von ihr vorgeschlagen, mit der Altersteilzeit kombiniert, geht dieses Minus sehr stark gegen 0, d.h. sehr kurzer Aufnahmestopp.
Geschehen muß etwas, wie jeder weiß, nur frage ich mich warum die GÖD, in bester stalinistischer Manier, alles ablehnt und Eltern, Kinder und auch die Lehrer in Geiselhaft nimmt.
schultuete, 14. 04. '09 22:32
Re: faire betrachtung
... als nächstes schimpfen wir über Ärzte, um das Gesundheitssystem zu sanieren ... dann gehts den Executivbeamten an den Kragen ... und überhaupt könnte man auch die Unternehmer niedertögeln!
Und und und ... nur, so wirds nichts!
Leider scheint die Politik dies nicht zu verstehen!
Feindbilder sind halt noch immer ein willkommenes Mittel um Ziele erreichen zu wollen!

Da sollten wir alle jedoch nicht mitspielen!
Rhabarbar, 14. 04. '09 22:55
Re: faire betrachtung
@Schultuete
Bitte nicht immer der Politik die Schuld geben. Wie im wirklichen Leben "einer alleine ist nie Schuld". Der "geschützte" Bereich nimmt auch heute noch Privilegien für sich in Anspruch, die nicht mehr zeitgemäß sind. In der Privatwirtschaft sind z. B. "All In Verträge" heute keine Seltenheit mehr und kein Gewerkschaftshahn kräht danach.
Wie auch immer, es wird Zeit, daß Neugebauer und Konsorten einerseits und Politiker andererseits, zur Vernunft kommen; es wäre im Interesse unserer Kinder.
schultuete, 15. 04. '09 07:06
Guten Morgen!
Also lieber Rhabarber!

1. Die GÖD ist auch Teil der Politik!

2. All-in -Verträge in der Wirtschaft ..., aber wie soll der im Bildungsbereich aussehen? Ich würde gern mal so einen Entwurf sehen ...
Weil in der Wirtschaft lautet es dann: das ist zu machen ... dafür bekommst du das bezahlt!
Hier stellen sich jedoch alle vor: Das hast du zu machen, aber bezahlt bekommst nix!
In meinem Betrieb gibts All-in erst ab einer Höhe von ... da träumen die Lehrer von!
Und da verdient ein junger Akademiker so viel, wie ein AHS-Lehrer nach 20 Dienstjahren!
Aber will nicht verallgemeinern!
Welche Privilegien genau?
Bitte aufzählen!
Und dann jedes einzeln ... und auch in seiner Entwicklung ... analysieren! Das wäre fair!

Genauso die Schimpfer auf Zulagen ... u.s.w. ...
schultuete, 15. 04. '09 07:11
Guten Morgen Teil 2!
Zulagen ... hatten immer einen Hintergrund:

Als Unternehmer (auch der Staat) hab ich momentan nicht genug Geld und will dir auf längere Sicht keine sich ständig erhöhende Gehaltserhöhung geben!
Ich geb dir eine Zulage!
Daher erspart sich der Staat auf lange Sicht Geld .... u.s.w. ...
Was tun die meisten? Sie schimpfen über Zulagen, ohne verstanden zu haben, dass sich der Staat damit einmal (und noch immer) Geld erspart hat (weil sie ja nicht der Gehaltserhöhung und der Pensionsberechtigung unterliegen ...).

Ferien?
ich kenne einige ältere Lehrer, die würden gern mal im März oder April Urlaub machen ... nicht dann, wenn es 3x so teuer ist und alle unterwegs sind.
Unsere Akademiker machen Zeitausgleich und kommen auf nicht weniger als 2,5 Monate Urlaub.
Dann aber billig wohin ... u.s.w....
schultuete, 15. 04. '09 07:16
Guten Morgen Teil 3!
Es gibt also viele unterschiedliche Aspekte und Sichtweisen!

Nur müsste man sie fair auf den Tisch legen und vernünftig darüber diskutieren!
Ich kann mir nicht vorstellen, dass z.B. die Frau BM ganz plötzlich überrascht war, dass sie sooooo viel mehr Geld benötigt ... und dann ist ihr halt eingefallen: sollns 2 Stunden mehr unterrichten, dann hab mas herinnen!

So etwas muss ich doch viel vernünftiger und langfristiger angehen! Oder sie hat sich nicht darum gekümmert, schlechte Berater und selbst keine Ahnung!
Das hier eine GÖD nicht mitspielt ist doch klar, oder???

Also:
Wie soll ein vernünftiger All-in für einen Lehrer aussehen?
Was soll ein Lehrer verdienen?
Wie soll seine Arbeitszeit aussehen?
Wie sein Arbeitsplatz?

Alles wichtige Fragen ... bitte um Antworten ... aber vernünftige!
Rhabarbar, 15. 04. '09 08:19
Re: faire betrachtung
@Schultuete
Es geht nicht um einen All In Vetrag für Lehrer, sondern darum, daß unbezahlte Mehrarbeit im "ungeschützten" Bereich schon lange Fakt ist und das nicht nur auf Managementebene sondern bereits bei der kleinen Sachbearbeiterin.
Es geht weiters nicht darum, daß die Lehrer 2 Überstunden machen sollen, sondern, daß sie innerhalb der gesetzlichen Arbeitszeit 2 Stunden mehr in der Schule verbringen sollen.
Das dies für die meisten Lehrer eine Arbeitszeitverlängerung darstellt, ist mir schon klar, aber nur deshalb, weil sie heute bereits weniger arbeiten als sie eigentlich müßten. Denn welcher Lehrer benötigt zur Unterrichtsvor- und nachbereitung wirklich die kolportierten 1-2 Stunden? Der Stoff ändert sich nicht pausenlos.