Steirische Holzfirma schlittert in Konkurs:
Leitinger-Betriebe mit 66 Mio. in der Miese
- In 3 Unternehmungen sind 196 Mitarbeiter betroffen
- Fallende Verkaufspreise drängten Firma in Insolvenz

·Österreich macht 10
Milliarden Euro locker
Leichtere Kreditvergabe
für kleinere Unternehmen
·Steirische Holzfirma
schlittert in Konkurs
3 Leitinger-Unternehmen
mit 66 Mio. in der Miese
In der Steiermark hat es einen der größten Holzverarbeitungsbetriebe erwischt: Drei Unternehmungen des Holzindustriekonzerns Leitinger sind im Konkurs, wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) und der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) mitteilten. Betroffen sind insgesamt 196 Dienstnehmer, die Passiva der drei Gesellschaften belaufen sich auf rund 66 Mio. Euro. Die russische Leitinger-Gesellschaft Madok, bei welcher rund 120 Dienstnehmer beschäftigt sind, ist jedoch von der Insolvenz nicht betroffen.
Als Insolvenzursachen wurden bereits im Jahresabschluss 2007 beklagte stark fallende Verkaufspreise genannt, nachdem der Markt stark vom vermehrt anfallendem Windwurf beeinflusst war. Als weitere Ursache werden die massiv negative Wirtschaftsentwicklung und daraus resultierende Umsatzeinbrüche von 40 Prozent angeführt. Ein weiterer Grund seien kostspielige Investitionstätigkeiten in Russland sowie Anlaufschwierigkeiten im Bereich der Pelleterzeugung gewesen. Der Schaden aufgrund von Betriebsunterbrechungen wurde nach eigenen Angaben mit 5 bis 7 Mio. beziffert.
Leitinger und Preding betroffen
Betroffen sind die Firmen Holzindustrie Leitinger GesmbH in Wies (31 Beschäftigte), die Holzindustrie Preding GesmbH in Preding (118 Dienstnehmer) sowie die Leitinger Verwaltungs- und Beteiligungs GesmbH (LVBG, 47 Beschäftigte), die alle in der Weststeiermark angesiedelt sind. Das Unternehmen war 1928 gegründet worden und hatte 1994 nach Russland expandiert und dort ein Sägewerk betrieben. Die Produktionsschwerpunkte liegen im Bereich Wohnraumgestaltung mit Hobelwaren, Vollholzplatten, Baumarktplatten, Systemfußböden, Bio-Pellets, Holzverpackungen, Schnittholz, Hackgut für die Papier-und Zellstoffindustrie, Hobelwaren, Leimholzträger, Paletten und Industrieverpackungen.
Die Holzindustrie Leitinger GesmbH erzielte 2007 noch jährliche Umsätze in der Größenordnung von rund 80 Mio. Euro, die Holzindustrie Preding GesmbH einen Jahresumsatz von rund 60 Mio. Euro. Die LVBG hat bei Passiva von 1,626 Mio. Euro Aktiva von 3,088 Mio. Euro, also einen Aktivaüberhang von 1,462 Mio. Euro. Bei den Aktiva handelt es sich jedoch vorwiegend um interne Verrechnungsforderungen, welche nicht werthaltig sind, so dass von einer Überschuldung auszugehen sei, so der AKV. Die Holzindustrie Leitinger in Wies hat Passiva von 22,12 Mio. Euro bei Aktiva von 10,58 Mio. Euro, also eine Überschuldung von 11,536 Mio. Euro.
Überschuldung auch bei Preding
Die Holzindustrie Preding hat bei Passiva von 42,72 Mio. Euro Aktiva von 47,05 Mio. Euro, also einen Aktivaüberhang von 4,325 Mio. Euro. In den Aktiva sind Grundstücke und technische Anlagen im Gesamtwert in der Höhe von rund 24 Mio. enthalten, welche in diesem Umfang ebenfalls nicht werthaltig sind, sodass bei Vornahme der Wertberichtigungen auch bei dieser Gesellschaft eine Überschuldung vorliegen dürfte, so der AKV.
Die LVBG soll geschlossen werden, ebenso wie die Produktionsstätte in Wies, jedoch beabsichtigt man den Bereich Massivholzdielen und den Verkauf zu veräußern oder weiter zu führen. Die Holzindustrie Preding soll weitergeführt werden, nachdem die Holzindustrie Preding auch 100-prozentige Muttergesellschaft der russischen Madok ist. Diesbezüglich werden derzeit Verhandlungen mit Hasslacher Norica Timber geführt, welche die Gesellschaftsanteile im Zuge eines Zwangsausgleichsverfahrens übernehmen sollen. Die Familie Leitinger soll sich aus dem operativen Bereich zurückziehen.
(apa/red)
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