Freitag, 10. April 2009

7 % der heimischen Pleitiers zockten ab:
Bei 230 Insolvenzen war Betrug im Spiel

  • Bericht des KSV belegt auch viele Managementfehler
  • Wirtschaftskrise forciert externe Ursachen für Pleiten

Rund 650 Firmenpleiten in Österreich waren im Vorjahr auf betrügerisches Handeln zurückzuführen. Der Anteil der betrügerischen Insolvenzen an den eröffneten Verfahren betrug mit 230 Fällen sieben Prozent. Dazu dürften laut Kreditschutzverband von 1870 zumindest noch einmal 430 Fälle bei den mangels Masse abgewiesenen Konkursen kommen. Häufigste Insolvenzursache waren nach wie vor Managementfehler.

Die meisten betrügerischen Fälle gab es traditionell am Bau. Der größte Schaden wurde jedoch von Anlagebetrügern angerichtet. Dazu kamen Bilanzfälschungen um Misserfolge zu verschleiern, wodurch Insolvenzen hinausgezögert werden. Mit diesen 650 Fällen müssten eigentlich die Strafgerichte befasst werden, so Hans-Georg Kantner vom KSV.

Der Anteil der Managementfehler - dazu zählen Fahrlässigkeit und persönliches Verschulden - ging laut KSV-Statistik im Vorjahr von 71 auf 65 Prozent zurück. Dabei nahm fahrlässiges Verhalten im Jahresvergleich von 21 auf 15 Prozent ab. Innerbetriebliche Fehler stiegen leicht von 39 auf 40 Prozent. Rechnet man Kapitalmangel zu den Managementfehlern dazu, so haben 81 Prozent der Pleiten Missmanagement als Ursache.

Die wirtschaftlichen Turbulenzen haben zu einem deutlich Ruck in Richtung externe Ursachen geführt, so Kantner. Externe Einflüsse wie Veränderungen am Markt, schärferer Wettbewerb, Kreditrestriktionen oder Kunden-Insolvenz und der Ausfall von Lieferanten haben um zehn Prozentpunkte auf 16 Prozent zugenommen. Darüber hinaus hatten viele Unternehmen unter den hohen Öl- und Rohstoffpreisen zu leiden.
(apa/red)

10.4.2009 11:45