Mittwoch, 8. April 2009

Lehrer legen Gesamtpaket auf den Tisch:
'Schmied muss Geldbedarf runterschrauben'

  • Kombination aus Altersteilzeit und innerer Reform
  • Lehrer-Vertreter monieren wieder fehlende Daten

In den Arbeitsgruppen zur Ausweitung der Unterrichtsverpflichtung haben die Lehrergewerkschafter klargemacht, unter welchen Umständen für sie noch eine Einigung mit Unterrichtsministerin Claudia Schmied möglich ist. Die Lehrer-Vertreter schlagen verschiedene Altersteilzeitmodelle kombiniert mit Vorschlägen zur Effizienzsteigerung im Unterricht vor, die laut dem obersten Pflichtschullehrer-Gewerkschafter Walter Riegler von den Vertretern des Ministeriums "ganz gut aufgenommen" wurden.

Da, wie Riegler zugibt, diese Maßnahmen allerdings weniger als den von Schmied angegebenen Budgetbedarf von 525 Mio. Euro Geld bringen würden, müsse diese - "wie andere Minister auch" - aufgrund der "schwierigen Zeiten" auf einige Maßnahmen vorerst verzichten.

Verschiedene Altersteilzeitmodelle
In einer der Arbeitsgruppen, in der auch Vertreter aus dem Finanzministerium und dem Bundeskanzleramt als "Zuhörer" geladen waren, haben die Lehrer-Vertreter verschiedene Modelle freiwilliger Altersteilzeit vorgestellt: freiwillige Stundenreduktion älterer Lehrer bei Gehaltseinbußen, aber ohne Auswirkungen auf den Pensionsanspruch bzw. die Möglichkeit, dass ältere Lehrer Überstunden künftig nicht mehr ausbezahlt bekommen, sondern diese für spätere Altersteilzeit "ansparen".

"Geldbedarf herunterschrauben"
Bis zur nächsten Gesprächsrunde zwischen Schmied und den Lehrer-Vertretern am kommenden Dienstag soll durchgerechnet werden, wie viel diese Maßnahmen bringen könnten. Die von der Lehrergewerkschaft vorgeschlagene "innere Unterrichtsreform" würde laut Riegler den Unterricht deutlich effektiver machen und die dafür nötigen Maßnahmen (Entbürokratisierung der Schulstruktur etc.) nicht viel kosten. "Geld kommt mit dieser Maßnahme nicht herein, aber wenn es der Ministerin um Unterrichtsverbesserungen geht, kann man mit unseren zwei Maßnahmen schon viel bewegen." Schmied müsse endlich ihren "Geldbedarf herunterschrauben".

Mangel an Informationen
Über die Ergebnisse der zweiten Arbeitsgruppe zum Thema Budget sagte Riegler nichts, man habe bis Dienstag Stillschweigen vereinbart. Die Gewerkschafter hätten allerdings auch diesmal "nicht ganz die Informationen bekommen, die wir wollten".

(apa/red)

8.4.2009 09:40