Bildungskarenz wird in Krise zum Renner:
Zahl der Bezieher verdoppelte sich 2008
- AMS meldet 2.258 Arbeitnehmer in Bildungskarenz
- Regelung kann bis zu 12 Monaten genutzt werden

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bei Gehaltsverhandlungen
Die Bildungskarenz wird in Zeiten der Wirtschaftskrise in Österreich immer beliebter. Im November des Vorjahres waren laut aktuellen Daten des Arbeitsmarktservices (AMS) 2.258 Arbeitnehmer in Bildungskarenz, knapp doppelt so viele wie im November 2007 (1.132 Personen). Gegenüber Oktober 2008 bedeutet dies einen Anstieg um 281 Bezieher.
Im Sozialministerium verwies man auch auf die Möglichkeit der "Bildungskarenz plus", die in allen Bundländern eingeführt werden soll. Dieses Zusatzangebot, das laut Sozialministerium etwa in Wien und Oberösterreich bereits umgesetzt ist, ermöglicht einen Zuschuss des Landes zu Bildungskosten in der Höhe von 1.500 Euro, sofern der Betrieb dieselbe Höhe zuschießt. Außerdem kann man auch geringfügig im Unternehmen während der Bildungskarenz weiterbeschäftigt werden (bei der normalen Bildungskarenz nicht möglich).
Die Bildungskarenz selbst wurde Anfang 2008 attraktiver gemacht. Musste man früher mindestens drei Jahre durchgehend bei demselben Arbeitgeber beschäftigt sein, um die Bildungskarenz zu nützen, wurde diese Hürde Anfang 2008 auf ein Jahr gesenkt. Auch finanziell wurde ein weiterer Anreiz gesetzt: Bekam man vorher 14,53 Euro pro Tag, hat man nun Anspruch auf sein fiktives Arbeitslosengeld, sofern dies über 14,53 Euro pro Tag liegt. Auch Saisonbeschäftigte können seitdem in Bildungskarenz gehen. Sie müssen vier Jahre bei demselben Dienstgeber gearbeitet haben und direkt vor Antritt drei Monate durchgehend beschäftigt gewesen sein.
Grundsätzlich kann die Bildungskarenz für mindestens drei Monate bis maximal ein Jahr vereinbart werden. Nachzuweisen ist die Teilnahme an einer Weiterbildungsmaßnahme von mindestens 20 Wochenstunden, bei Elternteilen, die Kinder unter sieben Jahren betreuen müssen, sind es 16 Wochenstunden. Beantragen kann man die Bildungskarenz beim AMS, dieses zahlt auch das Arbeitslosengeld aus.
(apa/red)
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