Lässt Sarkozy den G-20-Gipfel platzen?
"Geht es nicht voran, bleibt der Stuhl leer"
- Frankreichs Präsident fordert konkrete Ergebnisse
- "Ich ziehe Streit einem weichen Kompromiss vor"
·Erwartungen an den G-20-Gipfel gedämpft
USA ohne Forderungen, keine Konjunkturpakete
·Europaweite Proteste gegen G-20-Gipfel
Tausende gingen auch in Wien auf die Straße
·Faymann will Regeln
für die Finanzmärkte
Vor G-20-Gipfel "soziale
Balance" beschworen

Droht ein politischer Eklat beim G-20-Gipfel? Der französische Staatschef Sarkozy hat gedroht, den Gipfel der führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) zur Wirtschafts- und Finanzkrise platzen zu lassen. "Wenn es in London nicht vorangeht, wird der Stuhl leer sein", sagte Sarkozy der Zeitung "Le Figaro". Sarkozy wolle auf jeden Fall konkrete Ergebnisse bei der stärkeren Regulierung der Finanzmärkte und im Kampf gegen Steuerparadiese.
"Nichts wäre schlimmer als ein G-20 auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner", sagte Sarkozy laut der Zeitung. "Ich ziehe Streit einem weichen Kompromiss vor." Ein "Scheitern" des Gipfels sei besser als "ein falscher Erfolg, der voller großzügiger Formulierungen und ohne Folgen ist", erläuterte ein Mitarbeiter des Präsidenten.
Im Vorfeld häuften sich jedoch die Anzeichen dafür, dass Sarkozys Befürchtungen wahr werden. "Es wird direkt nach London keine Liste geben", sagte ein hoher Regierungsvertreter in Berlin zum Thema Steueroasen. In punkto Finanzmarktregulierung kamen hingegen eindeutige Zeichen aus den USA, aus Deutschland und aus Großbritannien, beim Gipfel am 2. April einen Beschluss zu fassen.
(apa/red)
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