Migrationskinder in Österreichs Schulen:
Schmied fordert mehr Sprachförderung
- Wien: Teilweise reine Migrantenklassen vorhanden
- Mehr Migranten mit Matura oder Universitätsabschluss

·Bevölkerung stärkt Schmieds Bemühungen
Umfrage: Mehrheit sagt
"Ja" zu Bildungsreformen
·Fekter verschärft die Einreiseregelungen
Zuwanderer brauchen bald Deutschkenntnisse
In Wien hat jede zehnte Volksschule einen über 90-prozentigen Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund. In einzelnen Wiener Bezirken sitzen in jeder fünften Volksschulklasse ausschließlich Migrantenkinder. Dies geht aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung von Unterrichtsministerin Schmied hervor.
Die höchsten Anteile von Schülern aus dem Ausland bzw. mit nichtdeutscher Muttersprache finden sich in den Wiener Bezirken: Einsamer Spitzenreiter bei allen Schulen ist Wien-Leopoldstadt mit 60,9 Prozent, gefolgt von Brigittenau (58,6 Prozent) und Margareten (57,5 Prozent).
Im Burgenland ist Mattersburg (17,4 Prozent) der Bezirk mit dem höchsten Anteil an Ausländern bzw. Schülern nichtdeutscher Muttersprache, in Kärnten die Stadt Klagenfurt (13,2 Prozent), in Niederösterreich Baden (20,0) und in Oberösterreich die Stadt Wels (25,1 Prozent). In Salzburg führt die Stadt Salzburg (24,5 Prozent), in der Steiermark Graz (17,5), in Tirol der Bezirk Reutte (16,3 Prozent) und in Vorarlberg der Bezirk Dornbirn (23,5 Prozent).
Sonderschulen mit höchstem Anteil
Nach Bundesländern betrachtet gibt es in Wien mit 40,4 Prozent über alle Schularten den höchsten Anteil an ausländischen Kindern und inländischen Schülern nichtdeutscher Muttersprache. An zweiter Stelle folgt Vorarlberg mit 19,6 Prozent, dann Salzburg (16,8 Prozent). Österreichweit sind die Berufsschulen mit 10,8 Prozent die Schulform mit dem geringsten, die Sonderschulen mit 27,2 Prozent jene mit dem höchsten Migrantenanteil.
"Nicht auf der Strecke bleiben"
Schmied sieht angesichts der Zahlen ihre Forderungen nach einer Intensivierung der Sprachförderung bestätigt. Das Bildungssystem könne nicht beeinflussen, wie viele Kinder mit Migrationshintergrund in Österreich leben. "Die Schule kann aber dazu beitragen, dass diese Kinder nicht auf der Strecke bleiben", so Schmied.
"Deutsch-Kenntnisse maßgeblich"
"Nicht die Herkunft ist für das Funktionieren des Schulalltags maßgeblich, sondern in erster Linie die Deutsch-Kenntnisse", kommentierte SPÖ-Gemeinderat Heinz Vettermann die Zahlen. Die Bundeshauptstadt setze gezielt Maßnahmen für den frühen Spracherwerb. Die Opposition ortete indes "akuten Handlungsbedarf".
Mehr Migranten mit Matura oder Universitätsabschluss
Die Migration nach Österreich ist für die Grünen eine Erfolgsgeschichte. Die Menschenrechtssprecherin der Grünen, Alev Korun, weist darauf hin, dass mittlerweile mehr Migranten Matura oder Universitätsabschluss hätten, als Österreicher.
Österreich sei seit Jahrzehnten - "durch rot-schwarze und schwarz-blau-orange Regierungskonstellationen hindurch" - ein Einwanderungsland. Kritik gab es an der Regierung, diese sollte angesichts dieser Tatsache konkrete Integrationsmaßnahmen umsetzen, anstatt medienwirksam "Papier um Papier" zu produzieren. Konkret werden zehn Prozent mehr Förderlehrer und zwei kostenlose Kindergartenjahre gefordert.
(apa/red)
Kinderschänder07:53
33 FestnahmenErmittlungen führen zu groß angelegter Aktion gegen mutmaßliche Pädophile
Weltnichtrauchertag 201208:03
38 Prozent rauchenUmfrage in Österreich: Ein Drittel davon greift regelmäßig zum Glimmstengel
Anders Behring Breivik19:11
War er Einzeltäter?Norwegens Polizei ist sicher, dass der Attentäter die Anschläge allein ausgeführt hat
