Sonntag, 29. März 2009

Erwartungen an den G-20-Gipfel gedämpft:
Ohne US-Forderungen und Konjunkturpakete

  • Obama in London "um zuzuhören und zu führen"
  • Merkel erhofft sich neue Architektur für Finanzmärkte

Wenige Tage vor dem G-20-Gipfel in London ist ein drohender Streit um neue Konjunkturprogramme abgewendet worden. US-Präsident Obama komme ohne die Forderung nach zusätzlichen Hilfspaketen in die britische Hauptstadt, hieß es aus Washington. Auch Deutschland und Großbritannien versuchten die Erwartungen an den Gipfel zu dämpfen.

Ein vom Magazin "Spiegel" zitierter britischer Plan über ein geplantes Zwei-Billionen-Dollar-Paket hatte Befürchtungen über zu hohe Verschuldung und Nachteile für schwächere Länder ausgelöst. Die deutsche Kanzlerin Merkel sagte der "Financial Times": "Wir sprechen über eine neue globale Architektur der Finanzmärkte und wir werden nicht in der Lage sein, dies in London zu beenden", sagte sie.

Zum G-20-Gipfel kommen am Donnerstag die Staats-und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in London zusammen. Merkel warnte in der Zeitung davor, dass Staaten zu viel öffentliche Gelder in die Wiederbelebung der Wirtschaft pumpten. Dies würde zu einem wenig nachhaltigen Aufschwung führen. Sie erteilte auch weiteren Konjunkturprogrammen in Deutschland eine Absage.

"Niemand hat und niemand wird irgendein Land in London fragen, derzeit mehr zu tun", sagte Obamas Wirtschaftsberater Froman. Der US-Präsident komme nach London "um zuzuhören und zu führen". (apa/red)

29.3.2009 19:23