Sonntag, 29. März 2009

Null-Lohnrunde wäre ein "falsches Signal":
Mitterlehner gegen Arbeitgeber-Forderung

  • Wirtschaftsminister: Würde auch Kaufleute schwächen
  • Opposition ortet "Schönfärbereien" und hohle Phrasen
    IHRE MEINUNG zu den laufenden Lohnverhandlungen

Wirtschaftsminister Mitterlehner hat sich in der TV-Pressestunde gegen Null-Lohnrunden oder eine Verschiebung von Lohnverhandlungen ausgesprochen. Das wäre in Zeiten wie diesen "das falsche Signal". Die Wirtschaft sei ein "Netzwerk". Wenn die Menschen weniger Geld bekommen, hätten auch die Kaufleute Probleme. Er appellierte auch an die "gesellschaftspolitische Verantwortung" der Firmen.

Null-Lohnrunden oder Lohnrundenverschiebungen könnten das System grundsätzlich durcheinanderbringen, so Mitterlehner. Eine Lösung wäre beispielsweise, bei den KV-Verhandlungen "in Etappen" vorzugehen und eventuell für ein halbes Jahr abzuschließen. SPÖ und Gewerkschaft begrüßten erwartungsgemäß die Ablehnung einer Null-Lohnrunde.

"Zentrales Thema" zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit werde die Jugendbeschäftigung sein, betonte Mitterlehner. Trotz der Krise wolle die Regierung jedem Jugendlichen einen Ausbildungsplatz garantieren.
Zur jüngsten Konjunkturprognose der Wirtschaftsinstitute Wifo und IHS und möglicher weiterer Prognose-Revisionen nach unten meinte Mitterlehner, dass für ihn nun "alles am Tisch" liege. Zudem sehe er leichte Tendenzen, die Entspannung signalisieren.

Opposition: "Schönfärbereien" und "Absichtserklärungen"
Für BZÖ-Wirtschaftssprecher Lugar warf Mitterlehner "Schönfärbereien und Nebelgranaten" vor. "Entweder hat der Wirtschaftsminister keine Ahnung von der Tragweite der Krise, oder er sagt uns kaltlächelnd die Unwahrheit", so Lugar. Mitterlehner habe viele Absichtserklärungen abgegeben, aber nichts Konkretes gesagt, meinte FPÖ-Wirtschaftssprecher Themessl. "Mit Beschwichtigungen und Scheinaktivitäten wird kein einziger Arbeitsplatz gesichert und kein einziges Unternehmen gerettet", so Themessl. Den Grünen ist das Tempo bei der Umsetzung der Konjunkturprogramme dagegen zu langsam. (apa/red)

29.3.2009 19:55
hausfreundwien, 29. 03. '09 14:41
In den Grundsätzen schon falsch
Ich denke die ganze Diskussion ist falsch aufgezogen.Es wäre wünschenswert wenn man den Konsum ankurbeln würde. Natürlich müssen die Menschen auch Geld dazu haben und Aktionen wie Nulllohnrunden denke ich sind nicht wirklich angberacht. Die Politiker sollten sich überlegen, wie sie den Konsum fördern z.B. auch Lockerungen bei Förderungen z.B. Wohnbauförderung: Wie soll sich jemand eine Wohnung oder Haus leisten können, wenn die Förderung zu schwierig & zu teuer ist (durch die vorgegeben Ziele) und die Banken restriktiv sich verhalten!!! Es wäre der Bauwirtschaft, den Immobilenfirmen und letztendlich jedem Konsumenten damit geholfen. Das ist nur ein Beispiel im Wohnbaubereich, es gäbe genug andere Beispiel auch noch. Ich glaube, dass unserer Politiker noch ein wenig schlafen.