Industriellenvereinigung schlägt Alarm:
BIP wird 2008 um 4 Prozent einbrechen
- Rückgang bei den Aufträgen um bis zu 70 Prozent
- IV rechnet mit 500.000 Arbeitslosen im Winter 2009

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Anfang 2009 ein Viertel mehr Insolvenzen
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Eine neue Welle des Protektionismus droht
Die Industriellenvereinigung rechnet heuer mit einer Rezession der heimischen Wirtschaft und einem BIP-Rückgang von drei bis vier Prozent. Das erklärte IV-Präsident Sorger im "Wirtschaftsblatt". IV-Generalsekretär Markus Beyrer sagte in den "Oberösterreichischen Nachrichten", dass die Aufträge im Schnitt um zehn Prozent zurückgegangen seien, es gebe aber Bereiche mit minus 60 und 70 Prozent.
Sorger beharrt trotz der Absage für eine Staatshaftung für die Industrie auf Schritten gegen den Liquiditätsengpass. Deshalb wolle man auch mit der Regierung weiterverhandeln. Um die Wirtschaftskrise zu bewältigen, setzt Sorger unter anderem auf eine Verwaltungsreform. "Es kann nicht sein, dass die Industrie Kapazitäten streicht, Lohnverzicht übt und in Kurzarbeit geht und der geschützte Bereich der Beamten unbeirrt seinen bisherigen Strukturen nachgeht", erklärte er.
Zwei Modelle der Krisenbekämpfung
Für Sorger gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten, um gegen die Krise vorzugehen: Einerseits nach dem US-Modell jeden Euro in den Kampf gegen die Krise zu pumpen oder vorsichtig und gezielt vorzugehen. In Europa gebe es andere Strukturen als in den USA. "Bis das greift, dauert es. Deshalb brauchen wir andere Mechanismen", so Sorger.
Beyrer sieht den Ruf nach staatlichen Garantien nicht als Sündenfall: "Wir sind in einer Ausnahmesituation. Es geht jetzt darum, dass auch Leitbetriebe vor massiven Liquiditätsproblemen stehen." Probleme gebe es aber vor allem bei großen Summen und langen Laufzeiten. Allerdings erwarte er, dass die Schwierigkeiten erst kommen.
Mit 500.000 Arbeitslosen rechnet Beyrer im Winter 2009/2010. Er appelliert an die Gewerkschaften, etwa die nächste Lohnrunde zu verschieben. Der IV-Bundesvorstand habe eine Maßnahmenpaket beschlossen, dass ein Weckruf für die Regierung sein werde.
(apa/red)
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