Donnerstag, 26. März 2009

Krise schlägt jetzt bei Firmenpleiten durch:
Anfang 2009 ein Viertel mehr Insolvenzen

  • Trendwende setzte im zweiten Quartal 2008 ein
  • Zahl der entlassenen Mitarbeiter explodiert: 8.200

Die Finanz- und Konjunkturkrise schlägt deutlich auf die Insolvenzen durch. Nach den hochgerechneten Zahlen für das erste Quartal 2009 lag die Zahl der eröffneten Insolvenzverfahren mit 949 um 27 Prozent über dem ersten Quartal 2008. Die Gesamtzahl aller Pleiten, also inklusive mangels Masse abgewiesener Konkurse, stieg um 17 Prozent auf 1.685. Das teilte der Kreditschutzverband von 1870 mit.

Die Trendwende bei den Insolvenzen hat bereits im zweiten Quartal 2008 eingesetzt. Die vorliegenden Zahlen setzen also den Trend des Vorjahres nahtlos fort, so der KSV. Vergleicht man die Gesamtzahl des ersten Quartals 2009 mit der Summe des vierten Quartals 2008, so ergibt dies einen Zuwachs von knapp über 4 Prozent.

Entlassene Mitarbeiter
Anders als bei der Anzahl der Insolvenzfälle sieht es freilich bei den betroffenen Mitarbeitern aus, räumte der KSV ein: Diese nahmen gegenüber dem ersten Quartal 2008 um knapp 60 Prozent von 5.200 auf 8.200 zu, gegenüber dem vierten Quartal 2008 entspricht das einem Anstieg um 31 Prozent.

Ein besonders deutlicher Anstieg ergab sich bei den Verbindlichkeiten: Mit 878 Mio. Euro haben sich die Schulden gegenüber dem ersten Quartal 2008 mehr als verdoppelt. Gegenüber dem vierten Quartal 2008 gebe es jedoch ein Minus von 16 Prozent, was der KSV auf Großinsolvenzen zurückführte, die die Verbindlichkeiten oft in die Höhe treiben.

Die Privatkonkurse nahmen im ersten Quartal mit plus 3 Prozent auf 2.130 Fälle nur mäßig zu. Die Verbindlichkeiten erhöhten sich um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 258,3 Mio. Euro. Die meisten Privatpleiten gab es in Wien mit 875 Fällen.
(apa/red)

26.3.2009 10:52