Donnerstag, 26. März 2009

Raiffeisen holt sich Kapital vom Staat:
Tochter in Osteuropa kann Gewinn steigern

  • Die fieberhafte Suche nach Kapitalerhöhungen
  • Vor allem bei Personal wird der Rotstift angesetzt

Bei der Raiffeisen Zentralbank ist die Hereinnahme von staatlichem Partizipationskapital für 1,75 Milliarden Euro unterschriftsreif. Die Bank wird damit ihre eigene Kapitalbasis stärken und zufließende Mittel auch in der Gruppe verteilen. Einen Teil wird die RZB an ihre 70-Prozent-Tochter Raiffeisen International weiterreichen. RI steigerte ihren Rettogewinn 2008 um 17 Prozent.

Raiffeisen International prüfe derzeit verschiedene Varianten einer "erheblichen Kapitalstärkung" - und zwar mit stimmrechtslosen Instrumenten ohne verwässernden Effekt, sagte RI-Finanzvorstand Martin Grüll in der Bilanzpressekonferenz mit Vorstandschef Herbert Stepic in Wien in Richtung Streubesitzaktionäre. Details der bevorstehenden Kapitalspritze werden vorerst aber nicht genannt. "Wir werden so viel bekommen wie wir brauchen", sagte Stepic. Einen Rückzug von der Wiener Börse schloss er heute aus.

Kapitalerhöhungen geplant
Grüll bestätigte auch, dass Raiffeisen International bei den Osttöchtern "in etlichen Ländern Kapitalerhöhungen" plant. Die internen Prüfungen dazu sollen in zwei Wochen fertig sein.

In Osteuropa wird beim Personal auch der Rotstift angesetzt: In der ukrainische Aval Bank werden bis Sommer 1.800 Leute abgebaut, das sind zehn Prozent der Belegschaft in dem Land, in Ungarn geht es um 315 Stellen oder etwa acht Prozent der Mitarbeiter. In der Slowakei kostet ein Effizienzprogramm aktuell 50 Jobs. Stepic konnte nicht ausschließen, dass es auch in dem einen oder anderen weiteren Land Schnitte beim Beschäftigtenstand geben wird. Das sollte aber vor allem weiter über natürliche Fluktuation erfolgen.

Im Vorjahr steigerte Raiffeisen International ihren Nettogewinn um 17 Prozent auf 982 Millionen Euro. Den Aktionären zahlt das Unternehmen für das abgelaufene Jahr 2008 eine Dividende von 93 Cent je Aktie, also ebensoviel wie im Jahr davor.
(apa/red)

26.3.2009 15:20