Swarovski streicht 1.100 Arbeitsplätze:
In Wattens schon heuer 600 Jobs abgebaut
- 2010 werden weitere 500 Stellenkürzungen folgen
- Ausmaß der Rückgänge überraschte Unternehmen

·Swarovski-Arbeiter bangen um ihre Jobs
Im Werk in Wattens
droht Massenkündigung
·Arbeitsmarkt bleibt weiter Sorgenkind
Wifo sieht Trendwende erst ab 2011 kommen
Der Tiroler Kristallhersteller Swarovski baut am Stammsitz in Wattens heuer noch weitere 600 Stellen ab, 2010 folgen zusätzlich 500 Arbeitsplätze. Dies gab Unternehmenssprecher Markus Langes-Swarovski in Wattens bekannt. "Wir haben nicht mit derartigen Rückgängen gerechnet, wir müssen rechtzeitig handeln, um nicht noch mehr Stellen zu gefährden", sagte Langes-Swarovski.
Vom Stellenabbau unmittelbar sei vor allem das Komponentengeschäft betroffen, also die Fertigung von losen Schmuckstücken oder Teilen von Beleuchtungskörpern, so Langes-Swarovski. Auch wenn es Steigerungen im Konsumgüterbereich gebe, seien die Entwicklungen unter anderem durch Billiganbieter "deutlich substanziell und nachhaltig". Daher müsse die Produktion angepasst werden. 2009 sei "deutlich schlechter, wie schlecht es tatsächlich wird, können wir noch nicht sagen".
Betroffen seien erstmals auch Mitarbeiter in anderen Bereichen und Funktionen als nur in der Produktion. Es werde auch Kündigungen geben. 2009 werde sich der Mitarbeiterstand auf 5.000 einpendeln. Den Höchststand erreichte Swarovski im Jahr 2007 mit 6.738.
Wattens soll Kristallherz bleiben
Der Standort Wattens solle aber das Herzstück des Unternehmens bleiben, betonte Langes-Swarovski. Alle Bereiche, die Technologie und Know-how beträfen, sollten erhalten bleiben, "wir wollen auch weiter in Wattens produzieren".
Die betroffenen Mitarbeiter würden bis Ende April informiert. Kurzarbeit sei "kein praktikables Element". Die Kündigungen sollten so sozial wie möglich erfolgen. Auch das Angebot der Landesarbeitsstiftung solle angenommen werden.
Von der Stellenverlagerung seien vor allem manuelle Fertigungen betroffen. Welches osteuropäisches Land für die 500 von Wattens abgezogenen Arbeitsplätze in Frage kämen, wollte Langes-Swarovski nicht sagen.
(apa/red)
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