Harte Diskussionen um Bad-Bank-Konzept: Lösungsansatz oder toxische Mülldeponie?
- Aufkauf von Wertpapieren soll Bilanzen entlasten
- Wirtschaftsexperten drängen Politik zur Einrichtung

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Als der US-Finanzminister sein Konzept zur Rettung der Finanzwirtschaft vorstellte, sprengte er damit den Rahmen alles bisher Dagewesenem. Insgesamt will er bis zu einer Billionen Dollar investieren, um faule Kredite und Wertpapiere aufzukaufen. Mit dieser Maßnahme sollen die Bilanzen der Finanzinstitute entlastet werden. Doch Quantität alleine reicht nicht. Sofort nach der Veröffentlichung seines Programms ist eine Debatte über die Sinnhaftigkeit solcher Bad-Banks entbrannt.
Diese Debatte ist nun auch Deutschland neuerlich eruptiert. Finanzminister Steinbrück hat auch prompt reagiert. Er erwarte durch die Einrichtung keine schnelle Lösung zur Bilanzbereinigung von Geldinstituten. Das Problem, wie die Institute von Schrottanleihen befreit werden könnten, habe bisher "kein Staat der Welt zufriedenstellend gelöst."
Empfehlung von Experten
Experten sehen das anderes. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung rät der Bundesregierung dringend, eine "solche Einrichtung zu schaffen. Nur mit einer solchen Organisation, bei der der Staat risikoreiche Wertpapiere übernimmt, könne ein Weg aus der Finanzmarktkrise gefunden werden. Die Kosten dieser Operation bezifferte das DIW auf 200 bis 300 Mrd. Euro - entsprechend den geschätzten Ausfällen, die als frisches Eigenkapital wieder an die Banken fließen müssten. DIW-Präsident Klaus Zimmermann sagte am Dienstag in Berlin: "Bisher ist es in Deutschland nicht gelungen, die Krise im Finanzsektor zu beherrschen. Wir müssen die giftigen Wertpapiere schnell aus dem System herauslösen."
Auch bei der Europäischen Zentralbank ist die Skepsis gegenüber den Bad-Banks groß. Das Risiko dafür trägt der Steuerzahler. Und dennoch empfehlen auch hier einige Analysten der EZB eben diese Strategie, um wieder Ruhe ins Finanzsystem zu bringen. Auch Geldpolitik-Experte Henning Vöpel vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut kann sich die EZB gut als "Bad Bank" vorstellen, die den Banken faule Papiere abkauft: "Eine Zentralbank wäre dafür genau die richtige Institution, da aus den privatwirtschaftlichen Risiken der Banken nun Systemrisiken geworden sind." Commerzbank-Ökonom Krämer hält dagegen: "Es wäre wirklich nicht richtig, einer Notenbank das Etikett 'Bad Bank' aufzukleben."
(red)
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