Mittwoch, 25. März 2009

Steuerskandal bei der AUA weitet sich aus:
Kommt jetzt Staatsanwaltschaft ins Spiel?

  • Manager der Fluglinie als Direktoren auf Guernsey
  • Peter Pilz: "Nur Briefkastenfirma von Credit Suisse"

Der Grüne Abgeordnete Pilz will wegen Offshore-Geschäften der AUA in Guernsey eine Sachverhaltsdarstellung beim Staatsanwalt und bei Finanzbehörden einbringen. Eine parlamentarische Anfrage an Finanzminister Pröll haben die Grünen bereits fertig. Pilz wiederholte den Vorwurf, die AUA nutze eine hundertprozentige Tochtergesellschaft auf der Kanalinsel Guernsey zur Steuerhinterziehung.

Die AUA wies den Vorwurf der Steuerhinterziehung abermals "vehement zurück". Die Tochtergesellschaft ALF sei "zu hundert Prozent konsolidiert", alle Vorgänge mehrfach geprüft.

"Briefkastenfirma"
Diese "Austrian Airlines Lease and Finance Company Limited" (ALF) auf Guernsey sei nur eine Briefkastenfirma und werde von Credit Suisse betrieben, so Pilz unter Hinweis darauf, dass Adresse und Telefonnummer identisch seien mit jenen der Credit Suisse Holdings. Pilz hat inzwischen auch zwei Manager der AUA ausfindig gemacht, die bei ALF als Direktoren geführt würden, aber laut Pilz von Wien aus die Geschäfte geführt hätten oder dafür eingeflogen seien.

Der Grundvorwurf von Pilz: Die AUA habe ALF höhere Leasingraten für Flugzeuge gezahlt, als ALF (über eine Firma auf den Cayman Inseln) an Boeing. Die Differenz, zwischen 2000 und 2008 insgesamt 295 Mio. Euro, sei bei ALF geblieben. Dafür habe sich die AUA über diese Periode 53,5 Mio. Euro an Körperschaftssteuer erspart.

Nun sei zu klären, wo die knapp 300 Mio. Euro verblieben seien. Wenn es sie noch gebe, dann "her damit", so Pilz. Unter Umständen stehe die AUA, die im Zuge des Verkaufs an die Lufthansa 500 Mio. Euro staatliche Unterstützung erhält, dank dieser Summe besser da, als die Öffentlichkeit wisse. Wenn das Geld weg sei, dann müsse man erklären, was mit dem Geld geschehen sei.
(apa/red)

25.3.2009 20:20