Harter Kampf um den Primeo-Restbestand:
BA-Anleger von Gesprächen ausgeschlossen
- Liquidation des Primeo-Select-Fonds in London
- Auch Bank Austria und Bank Medici investierten

·Das Who is Who
des Finanzbetruges
Die größten Skandale des letzten Jahrhunderts
·Bank Medici bläst
nun zum Rückzug
Banklizenz nach Madoff-
Skandal abgegeben
Wenn in London die Mittel des Primeo-Select-Fonds filetiert werden, dann sitzt der Großteil jener Österreicher, die dort investiert haben, nicht mit am Verhandlungstisch. Grund dafür ist die komplizierte Rechtslage, da diese offiziell nicht der Status von Investoren bzw. Stakeholder zuerkannt wird. Der Anwalt Aigner ist empört
Im Rahmen der Liquidation des vom Madoff-Skandal betroffenen 650 Mio. Euro schweren "Primeo-Select"-Fonds soll am Dienstag in London das erste Investorentreffen stattfinden. Jene Anleger, die bei der Bank Austria Fondsanteile gekauft haben, werden aber "derzeit in der Liquidation nicht berücksichtigt werden", da ihnen kein Status als Investor bzw. Shareholder des Fonds zuerkannt wurde.
Kunden ausgeschlossen
Die Rechtsvertreter der Bank-Austria-Kunden seien vom Investorentreffen ausgeschlossen, sagte Anlegeranwalt Lukas Aigner laut "WirtschaftsBlatt". Im Fondsregister stünden nur jene "Primeo"-Anleger, die ihre Anteile direkt bei der Depotbank HSBC gezeichnet haben - das sei nur ein Bruchteil der Investoren. Primeo-Liquidator Richard Fogerty vermutet aber, dass im Fall von Aigners Mandanten die UniCredit Bank Austria als Investor aufscheint, die den Fonds neben der Erste Bank, der Raiffeisen-Gruppe und der Bank Medici in Österreich unter die Leute brachte, so das "WirtschaftsBlatt". Der Primeo-Liquidator sei Kroll Limited auf den Cayman Islands.
Den Anlegern ist laut Aigners Kanzlei Kraft Winternitz nie kommuniziert worden, dass sie gegenüber dem Fonds eine schwache bzw. gar keine Rechtsposition haben. "Das ist ein Wahnsinn, denn die Bank Austria hat noch keinen Mucks gemacht, dass man etwas veranlassen muss. Die von uns vertretenen Anleger haben keinerlei Nachrichten erhalten", wetterte Aigner laut Zeitung. Auch eine Treuhandvereinbarung im Hintergrund gebe es nicht.
"Diese Praxis ist absolut üblich, dass eine Bank Anlegerinteressen wahrnimmt und vertritt", hieß es dazu aus der Bank Austria gegenüber dem "WirtschaftsBlatt". "Die Bank Austria vertritt in diesem Fall die Interessen der Primeo-Anleger". Die Investoren würden "dennoch alle Informationen" erhalten.
(apa/red)
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