Neuerlicher Tiefschlag für BAWAG-Bank:
Aktionär Post schätzt Wert auf 800 Millionen
- Steht Cerberus jetzt eine Wertberichtigung ins Haus?
- Post-Anteil an der Bank hat sich wertmäßig halbiert
·Bank Austria feilscht
um Staatsmilliarden
Verhandlungen über bis
zu 2,7 Mrd. beginnen
·Bricht Österreichs
Bankensektor ein?
Ergebnis 2008 könnte um
50 Prozent schrumpfen
Die Ärmel hochkrempeln reicht nicht. Eine Imagkampagne sollte der Gewerkschaftsbank aus dem Loch helfen. Nun überrascht der BAWAG-Aktionär Post mit einer Einschätzung des BAWAG-Wertes. Insgesamt soll die Bank nur mehr 800 Millionen Euro wert sein.
Geht es nach dem Wertansatz von BAWAG-Aktionär Post, ist die ehemalige Gewerkschaftsbank nur 800 Millionen Euro wert, schreibt das "WirtschaftsBlatt". Seit Anfang 2007 hält Cerberus die überwiegende Mehrheit an der Bank. Vor zwei Jahren hatten Finanzinvestor Cerberus und Konsorten für die Bank insgesamt 3,2 Mrd. Euro auf den Tisch geblättert.
Auffassungsunterschiede
2,6 Milliarden davon wurden an den ÖGB überweisen, der Rest war eine Eigenkapitalspritze zur Stärkung der BAWAG-Bilanz. Aus der Differenz zwischen dem Wertansatz der Post, die 5 Prozent an der BAWAG kaufte, und dem Kaufpreis für die Anteile ergebe sich rein theoretisch ein Wertberichtigungsbedarf von rund 2 Mrd. Euro. Der Großteil davon müsste bei Cerberus als Haupteigentümer schlagend werden. Allerdings nur, wenn das der Cerberus-Wirtschaftsprüfer ähnlich sehe wie das Management der Post, fügt das Blatt hinzu.
Über die Abschreibungen in der Post-Bilanz hat die Post Cerberus vorab informiert, bestätigte ein Manager der Post der Zeitung. "So etwas richtet man einem Partner nicht via Bilanzpressekonferenz aus." Für Erstaunen habe die Post dennoch gesorgt, als schwarz auf weiß nachzulesen gewesen sei, dass der 5-prozentige BAWAG-Anteil von 80 Mio. Euro auf 40 Mio. Euro entwertet worden sei.
Der scheidende Post-Generaldirektor Anton Wais sprach davon, dass die Post damit nicht zuletzt mögliche Risiken in puncto Verlängerung des Vertriebsvertrages mit der BAWAG habe ausräumen wollen." Die Laufzeit des Vertrags wurde vor rund eineinhalb Jahren bis 2015 ausgedehnt.
(apa/red)
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