Donnerstag, 26. März 2009

Vom Rebellen zum großen Vorbild: Emanuel
Pogatetz neuer Kapitän des Nationalteams

  • Führt Mannschaft gegen Rumänien erstmals aufs Feld
  • PLUS: England-Legionär Paul Scharner Vize-Captain

Emanuel Pogatetz ist der neue Kapitän der Nationalmannschaft. Zum Vize-Captain wurde Paul Scharner ernannt. Damit haben ausgerechnet die beiden einstigen Teamkritiker die Spitze der mannschaftsinternen Hierarchie übernommen. Der bisherige Kapitän Andreas Ivanschitz war von Teamchef Didi Constantini nicht ins Aufgebot für die WM-Qualifikation gegen Rumänien einberufen worden.

"Pogatetz und Scharner haben bereits in der Vergangenheit viel Verantwortung in der Nationalmannschaft übernommen. Außerdem zählen sie zu unseren routiniertesten Spielern. Und sie haben den Weg in die englische Premiere League geschafft, die die beste Liga Europas ist. Dadurch sind sie Vorbilder", begründete Constantini seine Wahl.

Pogatetz spielt seit Juni 2005 bei Middlesbrough und ist mittlerweile zum Kapitän des Clubs aufgestiegen, Scharner steht seit Jänner 2005 bei Wigan unter Vertrag und hat sich dort ebenfalls als Leistungsträger etabliert.

Constantini nimmt alle in die Pflicht
Eventuelle Diskussionen über die ÖFB-Teamvergangenheit von Pogatetz und Scharner wollte Constantini gleich vom Tisch wischen. "Vielleicht ist diese Entscheidung für den einen oder anderen überraschend, weil es in der Vergangenheit kritische Stimmen gegen den Verband gegeben hat. Aber das ist alles besprochen und ausgeräumt", so Constantini, der meinte, dass "nicht nur die zwei, sondern alle Spieler in der Mannschaft Verantwortung übernehmen müssen".

Dass es sich bei Pogatetz und Scharner um "unbequeme" Spieler handle, die auch mal verbal dazwischen hauen würden, sieht Constantini gelassen. "Wenn alle im gleichen Strom schwimmen, dann kommt eh nichts heraus. Jeder Spieler soll sein Ego haben. Aber im Sinne des Kollektivs gilt es das Ego zurückzustellen", erklärte der Tiroler.

Pogatetz will die Kapitänsschleife auch behalten, wenn Ivanschitz wieder in den Kreis des Teams zurückkehrt. "Ich hoffe, dass ich dann die Schleife weiterbehalten darf. Ich will meine Sache gut erledigen, damit der Teamchef sagt, dass ich es weitermachen soll", so der Steirer, der kein Konfliktpotenzial mit Ivanschitz sieht. "Es gibt kein persönliches Problem."

(apa/red)

26.3.2009 15:28