'Möchte nicht tot zusammenbrechen': Janko
zieht Notbremse und fehlt gegen Rumänien
- Bekam Rechnung für verschleppte Grippe präsentiert
- Austrias Okotie & auch Rapids Dober nachnominiert

·ÖFB-Teamkader für Test gegen Kamerun
Trimmel und Drazan neu.
Wallner nachnominiert
·Rapid-Youngster hat den Sprung geschafft
20-jähriger Yasin Pehlivan
steht im ÖFB-Teamkader
Torjäger Marc Janko musste aus gesundheitlichen Gründen die Notbremse ziehen und "schweren Herzens" für die WM-Qualifikation am 1. April in Klagenfurt gegen Rumänien absagen. "Ich habe die Rechnung für eine verschleppte Grippe präsentiert bekommen. Das war falscher Ehrgeiz", so der Salzburg-Torjäger, der im Bundesliga-Schlager auswärts gegen die Wiener Austria zwar ein Tor erzielte, aber in der zweiten Spielhälfte nach Schwindelanfällen ausgewechselt werden musste.
Angesichts von tragischen Zwischenfällen und plötzlichen Herztoden wie jenen von Antonio Puerta (FC Sevilla) oder Marc-Vivien Foe (Kamerun) entschloss sich Janko - auch bedrängt durch sein engstes Umfeld mit Freundin und Familie - kürzerzutreten. "Ich möchte nicht einer jener Sportler sein, die in ein, zwei Jahren plötzlich tot auf dem Feld zusammenbrechen. Ich werde das nicht auf die leichte Schulter nehmen", meinte der überlegene Leader der Liga-Torschützenliste.
Die Entscheidung, das Länderspiel auszulassen, fiel dann nach ärztlicher Rücksprache und einem Gespräch mit Teamchef Dietmar Constantini. "Der Teamchef hat mehrfach betont, dass er nur hundertprozentig fitte Spieler im Team braucht. Und das ist bei mir ganz klar nicht der Fall."
Antibiotika-Einnahme
Zur Grippe, die über einen längeren Zeitraum Antibiotika-Einnahme erforderte und Janko nie ganz ausheilen ließ, kam auch noch eine Stirn- und Nebenhöhlenentzündung hinzu.
"Gut geht es mir nicht. Ich werde die Länderspielpause nutzen, um zu gesunden", meinte der 25-Jährige am Montag über seinen körperlichen Zustand. In den kommenden Tagen wird Janko maximal lockere Trainingseinheiten einlegen und sich einem umfassenden körperlichen Check unterziehen. Dabei werden Jankos Ausdauerwerte und das Blutbild unter die Lupe genommen.
"Endgültig die Augen geöffnet"
Bereits beim 2:1 am 15. März in Altach hatte Janko die Folgen der übergangenen Krankheit deutlich gespürt. Die Vorfälle gegen die Austria haben ihm dann "endgültig die Augen geöffnet". "Jeder Schritt hat wehgetan", so Janko, der deshalb auch harte Selbstkritik übte: "Ich muss mir das selbst ankreiden. Aus falschem Ehrgeiz habe ich die Krankheit unterschätzt. Ich wollte der Mannschaft helfen und natürlich auch mein Trefferkonto weiter auffüllen. Dass das nicht meine schlaueste Entscheidung war, weiß ich jetzt im Nachhinein auch."
Janko begründete sein Vorgehen u.a. auch damit, dass derzeit sehr viel Druck auf der gesamten Mannschaft und allen voran auch auf seiner Person laste. Janko jagt derzeit den Bundesliga-Allzeitrekord von Neo-LASK-Trainer Hans Krankl, der in der Saison 1977/78 41 Treffer erzielt hatte, und hat auch Chancen auf den Goldenen Schuh. Ein Einsatz im nächsten Ligamatch am 4. April daheim gegen die Wiener Austria ist möglich, Janko will aber keinesfalls etwas überstürzen.
Dober für Ibertsberger
Ebenfalls nachträglich in den Kader beordert wurde Rapids Außenverteidiger Andreas Dober. Der 22-jährige Wiener soll den aufgrund eines Innenbandeinrisses im Knie fehlenden Hoffenheim-Legionär Ibertsberger ersetzen. Dober stand zwar nicht auf der offiziellen Abrufliste für die Partie, wurde aber trotzdem, nach Rücksprache von ÖFB-Teamchef Dietmar Constantini mit Rapid-Trainer Peter Pacult, nachnominiert.
(apa/red)
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