Die "Eminenz" kehrt auf die Fußballbühne
zurück: Hans Krankl wird Trainer beim LASK
- Vertrag des Ex-ÖFB-Teamchefs läuft bis Sommer
- Präsident Reichel: "Hat bei uns etwas gutzumachen"
·Lindenberger nicht mehr Trainer des LASK
Sucht als Teamchef nach geeignetem Nachfolger
·UMFRAGE: Welcher Trainer fliegt raus?
Arbeitsplätze im Fußball sind nicht für immer

Der einstige "Goleador" Hans Krankl, der die Fußball-Nation auch nach seiner großartigen Spielerkarriere polarisiert, ist wieder im Geschäft. Der Wiener ist vom Bundesligisten LASK zum neuen Trainer auserkoren worden und wird am 4. April im Heimspiel gegen Aufsteiger Kapfenberger SV erstmals auf der Bank der Oberösterreicher Platz nehmen.
"Es freut uns, dass er zu uns kommt. Er ist einer der berühmtesten Vertreter des österreicischen Fußballs und hat bei uns außerdem etwas gutzumachen. In der Saison 2000/01 hat er VfB Admira mit gigantischem Rückstand als Tabellenletzten übernommen und dann den LASK in die Zweite Liga versenkt", sagte LASK-Präsident Peter Michael Reichel.
Krankl war der Wunschkandidat Reichels gewesen. Der Boss erwartet sich sehr viel von dem "Motivationskünstler", der das schwere Erbe von Klaus Lindenberger antritt. Der Ex-Tormann war am Samstag nach dem 1:4-Debakel in Kapfenberg von seinem Posten als Trainer zurückgetreten, bleibt aber dem Verein als Teamchef auch in Zukunft erhalten. Unter Lindenberger, der seit 27. Oktober die Athletiker als Panadic-Nachfolger betreut hatte, gab es in 13 Liga-Partien nur einen Sieg und drei Remis, aber neun Niederlagen und 4:29 Tore.
"Sie haben panische Angst"
"Die Linzer haben zuletzt skandalös gespielt und kaum Punkte gemacht. Sie haben panische Angst vor dem Abstieg und hoffen nun, dass das Gespenst vertrieben und es wieder besser laufen wird. Die Mannschaft hat Qualität, sie ist besser als sie momentan spielt und auch besser als der achte Tabellenplatz", meinte Krankl im Gespräch mit der APA. Auf die von Reichel angesprochene Admira-Zeit mit schlechtem LASK-Ende erinnert sich der einstige Torjäger genau. "Wir hatten neun Punkte Rückstand auf den Vorletzten, aber tolle Spieler wie Rachimow, Stöger und Katzer geholt und das Unglaubliche geschafft."
Als Assistenten wird er seinen einstigen Mitspieler und Spezi Heinrich Strasser zum aktuellen Tabellenachten mitbringen. Der Vertrag des "Feuerwehrmannes" läuft bis Saisonende, also die restlichen neun Liga-Runden. Dazu Reichel: "Es gibt im Vertrag keine Option, wir werden uns im Juni zusammensetzen und dann weitersehen."
Musste im September 2005 als Teamchef gehen
Krankl, als Aktiver 69-facher Internationale (34 Treffer) und zweifache WM-Teilnehmer, war im Jänner 2002 als Teamchef verpflichtet worden, musste aber nach 31 Länderspielen im September 2005 gehen. Zuvor hatte das Rapid-Urgestein, Mitglied der erfolgreichen 78er WM-Generation, der beste Torjäger Europas (1978) und Europacup-Gewinner der Cupsieger (1979 mit FC Barcelona), u.a. Rapid, VfB Mödling, SV Salzburg, Fortuna Köln, SV Salzburg, FC Tirol und die Admira betreut.
Die Linzer haben jetzt für den dritten Trainerwechsel in der laufenden Bundesliga-Saison gesorgt, nachdem die Schwarz-Weißen Ende Oktober den Kroaten Andrej Panadic durch Lindenberger ersetzt hatten und der SCR Altach Anfang Jänner Georg Zellhofer für den Schweizer Urs Schönenberger engagiert hatten. Zellhofer war im Sommer 2008 von der SV Ried zum Trainer bestellt worden, zog sich aber noch vor dem Liga-Start wieder zurück.
(apa/red)
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