Sonntag, 29. März 2009

Neo-Team Brawn GP düpiert Konkurrenz:
"Erfolg Produkt akribischer Vorbereitung"

  • Eine Wunderwaffe an den Grenzen des Reglements
  • Entwicklung war allerdings noch von Honda finanziert

Kaum ein Auto ist seit 1998 zum Saisonstart in der Formel 1 so dominant gewesen wie der neue Brawn GP. Damals hatten Mika Häkkinen und David Coulthard im McLaren-Mercedes das gesamte Fahrerfeld überrundet. Davon waren Jenson Button und Rubens Barrichello in Melbourne zwar weit entfernt, ihr BGP 001 ist aber zweifelsohne eine Wunderwaffe - die sich laut einigen Konkurrenten an den Grenzen des Reglements bewegt.

Das Potenzial des Autos war früh erkannt worden - für Teamchef Ross Brawn der Hauptgrund, das finanzielle Risiko nach dem Ausstieg von Honda auf sich zu nehmen. Besiegelt worden war die Übernahme erst am 6. März - drei Wochen und drei Testtage in Barcelona später holten die Engländer in ihrem ersten Rennen ihren ersten Grand-Prix-Sieg. Einem neuen Team war das zuletzt 1977 durch Jody Scheckter in Argentinien in einem Wolf-Ford gelungen.

Die Entwicklung des Brawn-Autos war allerdings noch von Honda mitfinanziert worden. Die Mitgift, auf die man sich beim Ausstieg geeinigt hatte, lag Medienberichten zufolge zudem im dreistelligen Millionen-Dollar-Bereich. Als erster Großsponsor wurde pünktlich in Australien der britische Milliardär Richard Branson mit seiner Virgin Group präsentiert. Finanziell sollte die Saison für das neue Topteam der Königsklasse damit gesichert sein.

Rolle von Wurz unklar
Die Rolle des Österreichers Alexander Wurz ist freilich unklar. Aus Kostengründen verzichtet Brawn auf einen ständigen Ersatzpiloten. Wurz pocht aber auf seinen Vertrag, den er noch mit Honda geschlossen hatte. "Wie die weitere Zusammenarbeit genau aussieht, werden wir uns ansehen. Derzeit ist es eher eine beratende Funktion", erklärte Wurz. Sollten sich Button oder Rubens Barrichello verletzen, könnte auch der Engländer Anthony Davidson einspringen.

Umstritten ist das neue Wunderauto wegen seiner Bauweise am hinteren Ende des Unterbodens, dem Diffusor. Die Konkurrenten Red Bull, Ferrari und Renault haben dagegen wiederholt bei der FIA berufen. Eine endgültige Entscheidung über die Legalität fällt erst am 14. April in Paris. Bis dahin stehen die Brawn-Ergebnisse wie jene von Williams und Toyota unter Vorbehalt. "Unsere Konstruktion ist hundertprozentig legal", versicherte Wurz.

"Das Auto ist sehr ausgeklügelt"
Die Entwicklungsarbeit für den BGP 001 hatte - damals noch für Honda - bereits vor 18 Monaten begonnen. Schon im April hatte Ross Brawn das erfolglose 2008er-Modell abgeschrieben und einen der beiden Windkanäle in der Fabrik in Brackley ausschließlich für die neue Aerodynamik abgestellt. "Ich bin schon im Mai die ersten Tests mit Slicks gefahren", verriet Wurz. "Das Auto ist sehr ausgeklügelt, ein Produkt akribischer Vorbereitung."

Der neue Kundenmotor von Mercedes ist deutlich leistungsstärker als jener von Honda. Das Werksteam McLaren-Mercedes ist vorerst in den Schatten gestellt - was den Hersteller angeblich sogar dazu veranlasst hat, über einen Sponsordeal nachzudenken. Sollte dann auch noch die Legalität des Diffusors bestätigt werden, davon ist nach bisher ausgebliebenen Beanstandungen durch die FIA auszugehen, wäre Brawn endgültig der neue WM-Favorit.


(apa/red)

29.3.2009 11:50
blasta, 30. 03. '09 11:39
Brawn
Da sieht man was Honda im Stande war. Schade das die inzwischen ausgewechselte Konzernspitze zu dumm war das zu erkennen. Dass der Mercedes Motor stärker als der Honda Motor ist, ist ein Gerücht. Hätte Brawn einen Honda Motor wäre sie sicher noch einige Zehntel schneller.
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