Donnerstag, 26. März 2009

Erster Sieg für Brawn, Williams und Toyota: FIA schmettert Proteste der Konkurrenz ab

  • Diffusoren an Autos im Graubereich der Regeln
  • PLUS: Alex Wurz bei Brawn nicht mehr Testfahrer

Im Aerodynamik-Streit der Formel 1 haben die Rennställe Brawn GP, Williams und Toyota schon vor dem Auftaktrennen in Australien einen ersten Sieg erreicht. Die Proteste von Ferrari, Red Bull und Renault gegen die drei Rivalen wegen deren Diffusoren wurden von den drei Rennkommissaren in Melbourne abgelehnt. Das teilte der Automobil-Weltverband FIA mit.

Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen. Ferrari, Red Bull und Renault haben nämlich sofort ihre Absicht erklärt, Einspruch beim Berufungsgericht der FIA einzulegen. Die Berufungsrichter werden allerdings wohl erst nach dem Grand Prix in Australien und dem Rennen eine Woche später in Malaysia eine Entscheidung treffen. Unklar ist, ob bei einem Erfolg der Berufung die Ergebnisse der ersten beiden Saisonläufe dennoch gültig bleiben oder Brawn GP, Williams und Toyota nachträglich disqualifiziert werden müssen.

Der Einspruch von BMW wurde aus formalen Gründen zwar abgelehnt, jener von Ferrari, Renault und Red Bull Racing aber angenommen. "Das ist ein normaler Prozess. Wir interpretieren die Regeln anders und sehen den Spielraum, den die drei Teams nutzen, nicht", erklärte Theissen.

"Brawn ist viel schneller als alle anderen"
Mit Brawn GP betraf der Protest ausgerechnet den Topfavoriten in Melbourne. Der Honda-Nachfolger hatte zuletzt mit sensationellen Testzeiten für Aufsehen gesorgt. "Brawn ist viel schneller als alle anderen. Vielleicht fahren wir hier nur um den dritten Platz", meinte Ferrari-Pilot Felipe Massa. Den Engländer Jenson Button, der im Vorjahr für Honda gerade einmal drei WM-Punkte geholt hatte, lässt seine neue Favoritenrolle allerdings kalt.

"Es ist kein zusätzlicher Druck, es ist ein schönes Gefühl - auch wenn ich es in den vergangenen Jahren nicht gewöhnt war", sagte Button, der sein Auto ebenso wie Teamkollege Rubens Barrichello für legal hält. "Sonst wären wir gar nicht in diese Richtung gegangen", versicherte Teamchef Ross Brawn, der sich schon als Technikchef von Michael Schumacher bei Benetton und Ferrari des Öfteren im Grenzbereich des Reglements bewegt hatte.

Ferrari, BMW und Renault dürften zum WM-Start auch die Hauptkonkurrenten von Brawn sein. Weltmeister Lewis Hamilton und McLaren-Mercedes hinken dagegen noch deutlich hinterher. "Ich muss hart arbeiten, weil das Auto weniger konkurrenzfähig ist", bestätigte Hamilton. "Schon ein einziger Punkt wäre ein Erfolg für uns und könnte wichtig sein." Um genau diesen einen Punkt hatte der Engländer im Vorjahr vor Massa den Titel geholt.

(apa/red)

26.3.2009 18:45
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