Mittwoch, 25. März 2009

Kronzeuge der Dopingaffäre packt in NEWS aus: Fuhr Walter Mayer mit EPO zu Olympia?

  • "Habe Mayer unmittelbar vor Olympischen Spielen
    in Turin zwei mal mit EPO-Präparaten versorgt"
  • PLUS: Untersuchungshaft über Mayer wurde verhängt

Der frühere ÖSV-Langlauf- und Biathlontrainer Walter Mayer, der in Untersuchungshaft sitzt, wird durch die Aussage eines Kronzeugen schwer belastet. Wie aus dem Vernehmungsprotokoll des Kronzeugen der "Soko Doping" hervorgeht, aus dem NEWS in seiner aktuellen Ausgabe zitiert, hat Mayer im Dezember 2005 und im Jänner 2006 - also unmittelbar vor den Olympischen Spielen 2006 - EPO-Produkte erworben. Damit erscheint auch die Doping-Razzia der italienischen Fahnder im Februar 2006 in einem völlig neuen Licht.

Ein Rückblick - Sonntag, 22. März: In Anger bei Weiz, Oststeiermark läuten Beamte der „Soko Doping“ des Bundeskriminalamts Walter Mayer im Haus seiner Lebensgefährtin, der Langstreckenläuferin Eva-Maria Gradwohl, aus dem Schlaf. Nach der eineinhalbstündigen Hausdurchsuchung präsentieren die Ermittler dem ehemaligen ÖSV-Langlauf- und -Biathlontrainer einen Haftbefehl (Verdacht auf Handel und Weitergabe von Dopingmitteln) und verfrachten den 52-Jährigen kurz nach Mitternacht Richtung Wien.

Ein "Kronzeuge" packt aus
Noch am selben Abend, um exakt 23.16 Uhr, geht in der NEWS-Redaktion eine anonymisierte E-Mail ein: "Betreff: Doping Österreich Sport. Sehr geehrte Damen und Herren, hätten Sie Interesse an Insider-Informationen zum Thema Doping in Österreich sowie 'Aktionen' von Walter Mayer vor und nach Turin (mit Beweisen)? Mit freundlichen Grüßen. Marcus Annius Verus." Angehängt: einige Kostproben aus einem offensichtlich brandaktuellen "Vernehmungsprotokoll" des Bundeskriminalamts (Geschäftszahl: 2239354/I-II/ BK) in der Dopingaffäre rund um den Kärntner Radprofi Christof K., einen Wiener Apotheker und eben Walter Mayer.

Und die haben es in sich: Denn der vermeintliche "Kronzeuge" gesteht gegenüber der "Soko Doping" nicht nur, dass er Mayer & Co regelmäßig mit EPO- und Testosteronpräparaten versorgt habe, sondern dass die "Kooperation" mit Mayer bereits seit 2003 bestehe, also rund ein Jahr nachdem Mayer nach den Olympischen Spielen von Salt Lake City 2002 wegen der sogenannten "Blutbeutelaffäre" vom Internationalen Olympischen Komitee erstmals gesperrt worden war, nach einer arbeitsgerichtlichen Entscheidung vom Österreichischen Skiverband allerdings wieder als Trainer eingestellt werden musste.

Zweimal EPO vor Olympia
Mehr noch: Im Dezember 2005 soll Mayer, damals noch fix in Diensten des ÖSV, laut Vernehmungsprotokoll drei Packungen „NeoRecormon“, ein EPO-Mittel der zweiten Generation, bestellt und auf einer Autobahnraststätte nahe Villach übernommen und bezahlt haben.

Ein Vorgang, der sich im Jänner 2006, unmittelbar vor den Winterspielen in Turin, wiederholt haben soll - diesmal soll Mayer gleich vier Packungen zu je sechs Spritzen übernommen haben. Für Walter Mayer und alle anderen Beteiligten gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung. NEWS und NEWS.at distanzieren sich auch von den Aussagen des angeblichen "Kronzeugen".

Mehr über die brisanten Aussagen des Kronzeugen im aktuellen NEWS 13/09!

25.3.2009 15:04