Montag, 23. März 2009

Armstrong nach Sturz vor Karriereende:
Gebrochenes Schlüsselbein beim US-Radstar

  • Massensturz bei Kastillien- und Leon-Rundfahrt
  • Start bei der heurigen Tour damit höchst fraglich

Rad-Profi Lance Armstrong hat sich in Spanien bei einem schweren Sturz das Schlüsselbein gebrochen. Damit scheint die Teilnahme des siebenfachen Tour-de-France-Siegers am Giro d'Italia im Mai praktisch ausgeschlossen zu sein. Nach spanischen Medienberichten könnte sogar der Start des Amerikaners bei der Tour de France infrage gestellt werden.

Armstrong war auf der 1. Etappe der Kastilien- und Leon-Rundfahrt 20 Kilometer vor dem Ziel in Palencia in einen Massensturz verwickelt worden und musste die Rundfahrt abbrechen. Er wurde in eine Klinik in Valladolid eingeliefert. Dort bestätigten die Ärzte den Bruch des rechten Schlüsselbeins. Johan Bruyneel, Teamchef von Astana, sprach am Abend im Internet von einem "glatten Schlüsselbeinbruch ohne Komplikationen".

Bruynell meinte, der Radprofi sollte sich "schnell erholen". Eine solche Verletzung kann aber durchaus eine Pause von eineinhalb Monaten nach sich ziehen. Bei seinen sieben Tour-de-France-Siegen war Armstrong von schweren Verletzungen verschont geblieben. In Spanien stürzte der Amerikaner zusammen mit etwa 20 anderen Fahrern und bekam einen Schlag auf das rechte Schlüsselbein. Er saß mit schmerzverzerrtem Gesicht einige Zeit am Straßenrand, bis ein Krankenwagen kam.

"Kann nicht mehr der sein, der ich 2005 war"
Zwei Tage zuvor war Armstrong beim Klassiker Mailand - San Remo noch auf dem für ihn ungewohnten Platz 125 mit reichlich acht Minuten Rückstand auf den Sieger über den Zielstrich gerollt. Danach meinte er, dass er mit 37 Jahren nicht mehr in der Form vergangener Jahre sei. "Vorbei ist vorbei. Ich kann nicht mehr der sein, der ich 2005 war", sagte Armstrong der Zeitung "La Repubblica" nach seinem Europa-Comeback. "Ich weiß, dass ich nicht mehr der Beste der Welt bin. Der Beste ist jetzt Alberto Contador", meinte Armstrong vor dem ersten gemeinsamen Rennen der beiden Leitwölfe, das nun ein so schnelles Ende für den Texaner fand.

Die ansonsten wenig bedeutsame Rundfahrt durch die nordspanische Region Kastilien-Leon hatte in diesem Jahr ein besonderes Interesse erweckt, weil Armstrong erstmals seit seinem Comeback mit Contador in einer Mannschaft fuhr. Der US-Amerikaner war am Jahresanfang nach mehr als dreieinhalb Jahren Rennpause in den Radsport zurückgekehrt und will vom 9. Mai an erstmals am Giro teilnehmen.

(apa/red)

23.3.2009 19:01