"Ich bin der Chef, ich bin Staatsoberhaupt":
Medwedew betont Führungsrolle in Russland
- Ungewöhnlich deutliche Worte in Abgrenzung zu Putin
- Beoabchter vermuten aber Premier als Fädenzieher

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Russlands Präsident Medwedew hat in ungewöhnlich deutlichen Worten seine Führungsrolle gegenüber Ministerpräsident Putin betont. "Ich bin der Chef Russlands, ich bin das Staatsoberhaupt, und darauf ist die Machtteilung begründet", sagte Medwedew in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des britischen Fernsehsenders BBC.
"Herr Putin ist der Ministerpräsident der Regierung - ein sehr schwieriger Job und mit einer Menge Arbeit. Aber die wichtigen Entscheidungen im Namen des Staats werden vom Präsidenten getroffen, das ist eine klare Sache", präzisierte der russische Präsident weiter.
Beoachter und Bevölkerung sind sich einig
Viele Beobachter vermuten, dass Putin noch immer der starke Mann in Moskau ist und aus dem Hintergrund die Fäden zieht. Einer Umfrage aus dem vergangenen Monat zufolge gehen davon auch mehr als ein Drittel der Russen aus. Lediglich zwölf Prozent der Befragten glauben, dass Medwedew den Hut aufhat. Medwedews Aussagen sind ungewöhnlich, da er und Putin sich normalerweise ihrer vertrauensvollen Beziehung rühmen.
Kein Handel mit den USA
Bezüglich der internationalen Rüstungspolitik merkte Medwedew in dem Interview an, dass sich Russland nicht auf einen Handel mit den USA einlassen werde, damit Washington auf die geplante Raketenabwehr in Osteuropa verzichtet. Die Regierung in Moskau wolle nicht, dass der Iran Atomwaffen entwickle, sagte Medwedew. Ein Tauschhandel mit den USA sei seiner Meinung nach aber nicht möglich, erklärte der Präsident. Russland will damit offenbar keinen verstärkten Druck auf Teheran ausüben, damit die USA im Gegenzug ihre Pläne aufgeben. (apa/red)
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