Sonntag, 29. März 2009

Kampf gegen Jahrhundertflut geht weiter: US-Behörden geben noch kein Entwarnung

  • Aber: Pegelstand des Red River leicht gesunken
  • North Dakota: Tausende Menschen auf der Flucht

Nach der Flucht Tausender Menschen vor der Jahrhundertflut im US-Staat North Dakota haben die Behörden auch am Wochenende keine Entwarnung gegeben. Selbst wenn der Pegelstand des Red River am Samstag einige Zentimeter gesunken sei, gehe der Kampf gegen das Hochwasser weiter, sagte der Bürgermeister der Stadt Fargo. Mit 12,4 Metern hatte der Fluss zuvor den höchsten Stand seit 112 Jahren erreicht.

Die Einsatzkräfte in Fargo konnten am Samstag kurz aufatmen, als der Pegelstand des Red River auf 12,3 Meter sank. Anlass zur Entwarnung war dies nach Einschätzung der Behörden aber nicht: "Bei einem solchen Hochwasser sind wir total auf der Hut", sagte Bürgermeister Walaker in Fargo. Es sei wichtig, dass die Bürger die insgesamt 77 Kilometer langen Deiche und Erddämme der Stadt im Blick behielten und die Behörden sofort über undichte Stellen informierten.

US-Präsident Obama lobte den Einsatz der Helfer, die "frostigen Temperaturen, Windböen und Schneefall trotzen, um Dämme entlang der Flussufer zu errichten". Seine Regierung werde zusammen mit den Behörden und Hilfsorganisationen tun, "was getan werden muss", sagte er in seiner wöchentlichen Rundfunkansprache.

Frost kommt zur Hilfe
Freiwillige füllten weiterhin Sandsäcke, um die Deiche zu verstärken. Der Frost kam den Helfern insofern entgegen, als er die Schneeschmelze und damit einen weiteren Anstieg der Pegelstände verzögerte. Für die kommenden Tage ist aber ein Schneesturm vorausgesagt, der den Wasserstand des Red River wieder ansteigen lassen und durch starke Winde für gefährlich hohe Wellen sorgen dürfte. Die Behörden überlegten daher, mit Hubschraubern Sandsäcke an besonders gefährdeten Stellen der Deiche abzuwerfen.

Die US-Regierung rechnete damit, dass wegen der Überschwemmungen rund 30.000 Menschen etwa eine Woche lang in Notunterkünften untergebracht werden müssten.

(apa/red)

29.3.2009 12:49