Südafrika knickt gegenüber China ein:
Dalai Lama wurde von Konferenz ausgeladen
- Präsident Motlanthe um Beziehung zu China besorgt
- De Klerk sagt Teilnahme ab - auch Tutu überlegt

Der Dalai Lama darf nicht an einer hochrangigen Friedenskonferenz in Südafrika teilnehmen. Es sei nicht der richtige Zeitpunkt für einen solchen Besuch, erklärte ein Sprecher von Präsident Motlanthe und verwies dabei auf die Bedeutung guter Beziehungen zu China. Die Entscheidung sei den Organisatoren der Konferenz schon im vergangenen Monat mitgeteilt worden.
Ein Mitarbeiter der chinesischen Botschaft in Südafrika hatte am Vortag der Sonntagszeitung "Sunday Independent" bestätigt, seine Regierung habe die Südafrikaner in dem Zusammenhang vor einer Belastung der bilateralen Beziehungen gewarnt. Der Kap-Staat stellt knapp 21 Prozent des chinesischen Handels auf dem Kontinent.
Der Dalai Lama war von den Friedensnobelpreisträgern Tutu, De Klerk und Ex-Präsident Mandela im Auftrag des organisierenden Fußballverbands PSL zu der zweitägigen Friedenskonferenz am Freitag nach Südafrika eingeladen worden. An ihr sollten neben Erzbischof Tutu und dem früheren Präsidenten De Klerk auch das Nobelpreis-Komitee aus Norwegen und die in Südafrika geborene Schauspielerin Charlize Theron teilnehmen. Ihr US-Kollege Morgan Freeman, der zur Zeit bei Filmarbeiten Mandela verkörpert, hatte sich ebenfalls angesagt.
De Klerk sagte seine Teilnahme wegen der Visa-Verweigerung für den Dalai Lama bereits ab. Auch Tutu hat mit einer Absage gedroht, sollte der südafrikanische Präsident Motlanthe nicht einlenken. Motlanthes Sprecher Thabo Masebe bekräftigte indes die ablehnende Haltung der Regierung. Sie sei der Ansicht, dass eine Einladung des im Exil lebenden geistlichen Oberhaupts der Tibeter gegenwärtig nicht im Interesse des Landes sei, da er nur von Südafrikas Vorbereitungen für die WM ablenken würde.
(apa/red)
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