Montag, 23. März 2009

Prozess gegen Mumbai-Attentäter startet:
Mutmaßlicher Täter bat um Rechtsbeistand

  • Anklage wegen Führung eines Krieges" gegen Indien
  • Bei Anschlag kamen 166 Menschen ums Leben

In der indischen Stadt Mumbai hat der Prozess gegen den einzigen überlebenden Attentäter der Anschläge vom November 2008 begonnen, bei denen 166 Menschen getötet wurden. Der Mann habe dem Gericht gesagt, dass er aus Pakistan stamme, und um Rechtsbeistand gebeten, teilte Chefermittler Rakesh Maria mit. Das Verfahren sei daraufhin vertagt worden. Ein neuer Termin werde in Kürze bekanntgegeben.

Im Februar war offiziell Anklage gegen Mohammed Ajmal Kasab wegen "Führung eines Krieges" gegen Indien erhoben worden. Er hatte zusammen mit anderen Angreifern Hotels und andere Einrichtungen der Stadt überfallen, Geiseln genommen und zahlreiche Menschen getötet oder verletzt. Indien macht seinen Erzfeind Pakistan für den Überfall mitverantwortlich. Es wirft den Behörden des Nachbarlandes vor, islamische Extremisten zu unterstützen oder zumindest zu dulden.

Anhörung per Videoschaltung
Die Anhörung erfolgte aus Sicherheitsgründen über eine Videoschaltung aus dem Gefängnis. Der Prozess soll vor einem Sondergericht im Gefängnis Arthur Road im Bombay (Mumbai) stattfinden. Staatsanwalt Ujjwal Nikam beantragte aber eine kurzfristige Verschiebung, da die Sicherheitsinfrastruktur in der Haftanstalt noch nicht für den Prozess bereit sei.

Nur ein Attentäter überlebt
Kasab gilt als der einzige Überlebende von insgesamt zehn Attentätern. Die neun anderen wurden während ihrer dreitägigen Belagerung von Luxushotels, einem jüdischen Zentrum und anderen Einrichtungen in Bombay Ende November getötet. Dem Angeklagten droht die Todesstrafe.

Insgesamt wurde im Zusammenhang mit dem Überfall Klage gegen 38 Personen erhoben. Die 11.000 Seiten umfassende Klageschrift nennt mehr als 2.200 Zeugen sowie Indizien, die die US-Bundespolizei FBI geliefert hat. Sie hatte den indischen Behörden bei den Ermittlungen geholfen. (apa/red)

23.3.2009 13:54