Nach Tragödie wieder in den Unterricht:
Albertville-Schule nimmt Betrieb wieder auf
- Schulgebäude bleibt allerdings weiter geschlossen
- Schüler werden noch länger schonend unterrichtet

·Blutige Amokläufe an Schulen und Unis
Die meisten Bluttaten gab es bisher in den USA
·Eine Chronologie des Grauens an Schulen
Die größten Massaker an Bildungseinrichtungen
·Amoklauf: Eltern melden sich zu Wort
Familie bricht in offenem
Brief ihr Schweigen
Elf Tage nach dem Amoklauf mit 16 Toten ist die Albertville-Realschule in Winnenden zum regulären Unterricht zurückgekehrt. Das betroffene Gebäude wird aber bis auf weiteres nicht genutzt. Die 580 Schüler sind auf umliegende Schulen verteilt worden. Zwölf neu eingestellte Lehrer nehmen ihre Arbeit auf, bis dahin werden die Lehrer von Aushilfskollegen unterstützt.
Wie der Leitende Schuldirektor Wolfgang Schiele erklärte, seien die Lehrer der Realschule durch das Erlebte zum Teil stark belastet. "Es kann Phasen geben, in denen sie ausfallen." Damit sich die Schüler auf neue Lehrer einstellen können, unterrichten zum Teil zwei Lehrkräfte gleichzeitig. Die zwölf neuen Lehrer haben ihre Verträge bereits unterschrieben. Sie sind zum Teil vorzeitig aus dem Erziehungsurlaub zurückgekehrt, drei Lehrer sind bereits pensioniert und geben acht Stunden in der Woche.
Schonender Unterricht
Die Schüler werden noch länger geschont. Sie bekamen die Möglichkeit, im Notfall den Klassenraum zu verlassen und sich draußen zu bewegen. Auch werde immer wieder Raum für Pausen gegeben. Schulpsychologen sagten, nach der Traumatisierung durch den Amoklauf würden Schlaf- und Essstörungen sowie Konzentrationsschwäche noch eine Weile anhalten.
Von dem Amoklauf sind etwa 60 Schüler aus drei Klassen unmittelbar betroffen. Für die am 22. April beginnenden zentralen Prüfungen seien "ganz flexible Lösungen" getroffen worden, sagte Schiele. Diese würden für alle Schulen des Zentrums gelten. Damit keine Nachteile für Schüler entstünden, hätten sie die Möglichkeit, nicht an den Prüfungen teilzunehmen. Dann würde die bisherige Leistung bewertet. Maturanten werde ein "Nachtermin" angeboten.
Das vom Amoklauf betroffene Schulgebäude bleibt zunächst geschlossen. Die Entscheidung über die Weiternutzung ist noch offen solle aber nicht lange hinausgezogen werden, betonte der Schuldirektor.
(apa/red)
Fall Heidrun Wastl13:58
Die irre BeichteTatverdächtiger Erich W. spricht von Unfall - "Ich habe sie vermutlich getroffen"
Anders Behring Breivik19:11
War er Einzeltäter?Norwegens Polizei ist sicher, dass der Attentäter die Anschläge allein ausgeführt hat
