Donnerstag, 26. März 2009

Eltern hatten Sex mit eigenen Töchtern:
Stiefvater zu zwei Jahren Haft verurteilt

  • Mutter wusste alles und machte teilweise mit
  • Jugendamt reagierte nicht. Führte lediglich Gespräche

Ein 50-jähriger Mann ist im Wiener Straflandesgericht zu zwei Jahren unbedingter Haft verurteilt worden. Er hatte mehrere Jahre lang Sex mit seinen Stieftöchtern. Die Mutter der beiden halbwüchsigen Mädchen war eingeweiht, machte teilweise mit und ließ sich dabei filmen. Die 47-Jährige wurde zu neun Monaten Haft verurteilt, wovon ihr der Schöffensenat sechs Monate bedingt nachsah

Die Schuldsprüche wegen der zahlreichen sexuellen Übergriffe und des Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses sind nicht rechtskräftig. Freigesprochen wurde der 50-Jährige demgegenüber vom Vorwurf der Vergewaltigung: Der Verdacht, die 15 bzw. 17 Jahre alten Mädchen mit Gewalt zu Duldung der inkriminierten Handlungen gezwungen zu haben, "ließ sich nicht mit der für ein Strafverfahren nötigen Sicherheit beweisen", stellte die Richterin in der Urteilsbegründung fest. Psychische Gewalt sei "jedenfalls im Spiel gewesen", so die Vorsitzende.

Angeklagte gab Taten zu
Der Angeklagte hatte freimütig zugegeben, sich mit den Töchtern seiner Lebensgefährtin "vergnügt" zu haben. "Moralisch ist's vielleicht verwerflich, aber ich hab' zu Sex vielleicht a andere Einstellung wie andere", gab der Harley-Davidson-Fahrer zu Protokoll. Als ihn seine Freundin in der Küche in flagranti erwischte, "hamma sie überredet, dass sie mitmacht."

Die 47-Jährige posierte in weiterer Folge für den Mann auch nackt bzw. in Reizwäsche mit ihrer ebenfalls unbekleideten Tochter auf dem Motorrad, was er fotografisch festhielt. Sie habe "aus der Mimik" nicht erkennen können, dass ihre Tochter damit nicht einverstanden war, führte sie vor Gericht ins Treffen. Sie habe sich zu allem "hinreißen" lassen, um ihren Lebensgefährten nicht zu verlieren.

Jugendamt reagierte nicht
Der Fall flog erst mit mehrjähriger Verspätung auf, nachdem die Mädchen zu Hause längst ausgezogen waren. Als ein kleiner Bruder der Jüngeren berichtete, er halte es zu Hause nicht mehr aus, entschloss sich diese zur Anzeige. Das Jugendamt, das seit 2004 detailliert von den Vorgängen in der Familie wusste, hatte sich damit begnügt, mit sämtlichen Beteiligten ein "Gespräche" zu führen. Eines der Mädchen wurde in einem Kriseninterventionszentrum untergebracht.
(apa/red)

26.3.2009 13:31