ÖVP holt Ex-Innenminister aus der Pension:
Ernst Strasser Spitzenkandidat bei EU-Wahl
- Favorit Karas muss mit Listenplatz 2 vorlieb nehmen
- Nur zwei Frauen in siebenköpfiger Kandidatenliste
MEINUNG: Was halten Sie von Strassers Comeback?

·Aus der Politik in die
Wirtschaft und zurück
Der Ex-Innenminister
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Nach langer Suche und mehreren Absagen ist Ex-Innenminister Ernst Strasser überraschend zum Spitzenkandidaten der ÖVP für die EU-Wahl am 7. Juni gekürt worden. Das hat der ÖVP-Bundesparteivorstand mit zwei Enthaltungen entschieden. Der Obmann des ÖVP-Europaklubs, Othmar Karas, der lange als Favorit für den ersten Listenplatz gehandelt worden war, tritt nun an zweiter Stelle an.
Gegenüber der APA zeigte sich Karas enttäuscht. Im Vorstand hatte er sich ebenso der Stimme enthalten wie Frauenchefin Rauch-Kallat. Er betonte, dass die Volkspartei mit Strasser an der Spitze ihre europapolitische Linie aber nicht ändern werde. Rauch-Kallats Enthaltung rührte daher, dass sich unter den ersten sieben Plätzen der Liste nur zwei Frauen befinden.
Die Entscheidung, keine Frau an die Spitze gestellt zu haben, verteidigte ÖVP-Chef und Vizekanzler Pröll damit, dass er "immer im Gesamtkontext der Liste gedacht habe". Mit Strasser habe er einen "Vollprofi" ausgewählt, der seine Krisenfestigkeit schon unter Beweis gestellt habe, sagte er zum frisch gekürten Spitzenkandidaten. Strasser selbst meinte, er wolle in Straßburg und Brüssel eine starke Stimme aus Österreich sein. Bei den anderen Parteien wurde seine Ernennung mit Kritik bedacht.
Beruf nicht aufgeben
In der "ZiB 2" kündigte Strasser am Abend an, sich nach dem Urnengang auch für die Position des ÖVP-Delegationsleiters im EU-Parlament bewerben zu wollen. Dafür will er seine bisherige berufliche Tätigkeit in der Privatwirtschaft etwas zurückschrauben, aber nicht gänzlich aufgeben.
Hinter dem früheren Innenminister und Karas an dritter Stelle der ÖVP-Liste gereiht ist die Rechtsanwältin Helga Ranner aus der Steiermark. Platz vier geht an den altgedienten Tiroler EU-Parlamentarier Richard Seeber, Platz fünf an Paul Rübig. An sechster Stelle befindet sich Elisabeth Köstinger, die Chefin der Jungbauernschaft, und an siebenter Stelle der Kärntner ÖAAB-Vertreter Hubert Pirker. Derzeit ist die ÖVP mit sechs Mandataren im Europaparlament vertreten.
(apa/red)
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